Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 6. (Neue Folge, 1892)

Hauptmann Hausenblas: Oesterreich im Kriege gegen die französische Revolution 1792 (Fortsetzung im VII. Bande)

42 Hausenblas. GM. Sztáray rückte nur langsam vor, da die Niederung des Valette-Baches stark versumpft war und er erst Uebergänge her- steilen lassen musste. Seine Geschütze waren mittlerweile auf den diesseitigen Uferköhen aufgefahren und beschossen mit guter Wirkung die feindliche Artillerie. Inzwischen hatte Major Dandini St. Aubin genommen, war über selben Ort vorgedrungen und bedrohte nun die feindlichen Geschütze auf den Höhen südlich St. Aubin. General Gouvion gab daher seine Stellung auf und trat unter dem Schutze seiner vier Grenadier-Compagnien, der Cavallerie und reitenden Batterie den Rückzug gegen Philippe- ville an. Es war dies um 5h 30m Früh. GM. Sztáray hess jetzt den Obersten Salis über St. Aubin vorrücken, bei welchem Orte er, da die begonnenen Uebergänge nicht fertig wurden, gleichfalls mit seinen Truppen den Bach passirte. Die Franzosen leisteten keinen Widerstand mehr. Ihr ganzes Lager fiel den kaiser­lichen Truppen in die Hände. Die Infanterie stellte sich nun in zwei Treffen auf, während Cavallerie und Jäger unter Führung der Majore Kollonits und Salzberg den Gegner bis unter die Mauern von Philippeville verfolgten und ihm hiebei noch drei Geschütze Wegnahmen. Um 8 Uhr Früh trat GM. Sztáray den Rückmarsch auf Charleroi an. Den Franzosen kostete dieser Tag über 200 Mann an Todten, darunter 2 Oberste und 6 Oberofficiere. Der österreichische Ver­lust betrug 7 Todte, 22 Verwundete. Der moralische Erfolg dieses gelungenen Unternehmens war bedeutend und hob das Selbstbewusstsein der kaiserlichen Truppen nicht wenig. Sogar die schöngefärbtesten französischen Berichte mussten die Schlappe eingestehen. Der Herzog von Sachsen-Teschen sprach GM. Sztáray den wohlverdienten Dank aus. Da man im österreichischen Hauptquartier in den nächsten Tagen jedoch abermals einen französischen Angriff auf Mons befürchtete, erhielt GM. Sztáray den Befehl, am 25. Mai nach dem Abkochen nach Binche zu marschiren und daselbst ein Lager zu beziehen, um dem gegen Mons vorgehenden Feinde nöthigen-

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