Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 6. (Neue Folge, 1892)

Hauptmann Hausenblas: Oesterreich im Kriege gegen die französische Revolution 1792 (Fortsetzung im VII. Bande)

18 Hausenblas. welchen der Rest der Armee zu folgen hatte, über Givet nach Namur zu rücken, diesen Platz zu nehmen und sich dann nach Umständen gegen Lüttich oder Brüssel zu wenden. Obwohl die Entfernung von Metz nach Givet nahezu 180 Kilometer beträgt, sollte Lafayette doch am 30. April daselbst eintreffen, um am 1., längstens 2. Mai wieder gegen Namur aufzubrechen. Eile war also jedenfalls geboten, wenn das Vorgehen der Centrum - Armee den Einbruch der Nord-Armee in die Niederlande noch einigermassen unterstützen sollte, zumal der Marsch meist durch stark bewaldete und wegarme Gegenden führte. In aller Hast Hess Lafayette den für die Belagerung von Namur nöthigen Artilleriepark in Metz zusammenstellen,J) was auch der Energie des Obersten Rissau binnen 24 Stunden gelang, so dass die Artillerie und die Garnison von Metz schon am 26. unter General Narbonne den Vormarsch antreten konnten. Auch die übrigen Garnisonen wurden in Marsch gesetzt und am 30. April waren bereits 9 Bataillone und 22 Esca- dronen,2) zusammen 11.000 Mann in einem Lager bei Rancennes nächst Givet vereinigt. Wenige Tage später versammelte sich auch das Corps des Generals Rice, welches die Verbindung zwischen Namur und Luxemburg unterbrechen sollte, bei Tiercelet. Es zählte 8 Bataillone, 6 Escadronen, eine Artillerie - Compagnie, zusammen 8000 Mann, während weitere 2 Bataillone, 9 Escadronen,3) der Artilleriepark und 5 Artillerie - Compagnien, 4000 Mann, noch bei Dun zurückgeblieben waren. In den Garnisonen versahen fast ausschliesslich Nationalgarden den Dienst. Die Truppen Lafayette’s waren jedoch durch die forcirten Märsche auf das Aeusserste er­schöpft bei Givet angelangt. An österreichischen Streitkräften standen der Armee Lafayette’s nur die Garnisonen von Charleroi und Namur zur Vertheidigung *) *) K. A. 1797; V, 11. Der Artilleriepark, der am 26. April von Metz abriickte, bestand aus 26 vierpfündigen, 12 achtpfündigen, 12 zwölfpfündigen Kanonen und 42 Munitions-Wagen und sollte um eben dasselbe Mass verstärkt werden. 2) Darunter die Infanterie-Regimenter Nr. 29, 47, 55, 73, 83, die Grena­dier-Compagnien der Regimenter Nr. 17, 71, 99, das 2. Nationalgarde-Bataillon der Ardennen, das 1. und 2. Nationalgarde - Bataillon Cöte d’Or, das 2. und 12. Dragoner-Regiment, das 3. und 11. Jäger-Regiment zu Pferd, das 2. Husaren- Regiment. *) K. A. 1792; XIII, 81.

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