Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Neue Folge, 1891)

Hauptmann Hausenblas: Oesterreich im Kriege gegen die französische Revolution 1792 (Fortsetzung im VI. Bande)

Die grosse revolutionäre Bewegung, welche gegen Ende des achtzehnten Jahrhunderts Frankreich durchwühlte und den Sturz des monarchischen Systemes so unzweifelhaft und unverhüllt zum nächsten Ziele hatte, stellte das Land hiedurch in einen schroffen Gegensatz zu den Mächten Europas. Der Umstand, dass die revo­lutionäre Partei in Frankreich ihre leidenschaftliche Agitation weit über die Grenzen des eigenen Landes hinaustrug und sich zur B( ;schützerin der unzufriedenen Elemente aller anderen Staaten aufwarf, verschärfte jenen Gegensatz auf das Aeusserste. Der Auf­stand der Niederländer vom Jahre 1789 gegen die österreichische Herrschaft war „hauptsächlich durch das Beispiel und die Auf­munterung der französischen Aufwiegler entstanden,“ ') welche auch im Breisgau, in der Lombardié, im benachbarten Sardinien, in Spanien wie anderwärts Unruhen zu stiften trachteten, so dass es wohl nötliig schien, „dem ferneren Einflüsse einer solchen Nachbar­schaft hinlänglich zu steuern.“2) Die milden und versöhnlichen Massregeln Kaiser Leopold 11. hatten einer nachdrücklichen Unterstützung durch die Macht der Waffen bedurft, um die Bevölkerung der österreichischen Nieder­lande wieder einigermassen zu beruhigen und den Verlust der schönen und reichen Provinz zu verhindern. W ie grosse Missgriffe geschehen mussten, um das Volk der Wallonen, durch Menschenalter zu den treuesten Söhnen Habsburgs zählend, zu Rebellen gegen das Kaiserhaus zu machen, so reichten *) u. 2) Kaunitz an den Fürsten von Reuss. Wien. 13. December 1790. Vivenot. Quellen zur deutschen Kaiserpolitik Oesterreichs. I, 5(1.

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