Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Neue Folge, 1891)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. (Fortsetzung). Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien

Feldzug’ 1789. 311 durch einen neunstündigen Kampf ermüdet, unternahm die Be­satzung um 6 Uhr Abends einen Ausfall und zu gleicher Zeit erschien Obrist Rukavina von Dreznik her mit einem Bataillon und zwei Escadronen Husaren und ging sofort zum Angriffe über. Dieser führte die Entscheidung herbei und die Türken gaben die zwecklose Berennung der Redoute auf und zogen sich unter die Ge­schütze von Izacic zurück. Die Kaiserlichen hatten in dem langen er­bitterten Kampfe an Todten, Verwundeten und Gefangenen 81 Mann verloren. Dieselbe feindliche Schaar zog in den nächsten Tagen bei Gross-KladuS Verstärkungen an sich, ging hierauf über die Glina vor und griff am 9. October die von dem Obristen Köblös besetzten Redouten bei Svinica (Krstinja) an. Dieser Angriff blieb zwar erfolglos, aber eine feindliche Abtheilung umging die Redouten, steckte das Dorf Svinica in Brand und schleppte 74 Einwohner, bedeutende Getreidevorräthe und 300 Stück Vieh mit sich fort. GM. Jellachich hatte in Erfahrung gebracht, dass die Besatzungen der türkischen Grenzschlösser sich zu vereinigen beab­sichtigten, um den Cordon an irgend einem Puncte zu durch­brechen. Er fasste daher den Entschluss, durch kleine Expeditionen auf feindliches Gebiet den Gegner von der vermutheten Offensive abzuhalten. Hauptmann Gvosdencevic wurde desshalb am 7. October mit 305 Mann gegen Otoka entsendet, um das der dortigen Be­satzung gehörige Schlachtvieh herüber zu treiben. Die Türken waren jedoch auf der Hut und die ersten Schüsse riefen die Garnison von Otoka und die Reiterei aus Krupa herbei. Gvos­dencevic wurde in einem hitzigen Gefechte auf die ihm folgende Reserve unter Major Gyulai geworfen und ging mit dieser über die Grenze zurück. Der Verlust der Croaten betrug 27 Mann. Während dieser Vorfälle war es der Pforte gelungen, den Pascha Mahmud von Scutari zur Unterstützung von Belgrad zu bewegen. Mahmud erhielt unterwegs die Nachricht von dem Falle dieser Festung und wandte sich nun mit seinen 6000 Mann über Sarajevo gegen Banjaluka. Da der Pascha in wenigen Tagen mehr als 8000 Mann unter seinen Befehlen vereinigt hatte, beschloss GM. Kulnek, den kaum haltbaren Posten von Zeljava beim ersten Angriffe aufzugeben. Dieser Angriff erfolgte schon am 4. No­vember und nach einer einstündigen Vertheidigung ging die Be­satzung unverfolgt nach Priboj zurück. Der Feind zerstörte die Svinica. Otoka. Zeljava.

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