Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Neue Folge, 1891)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. (Fortsetzung). Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien

302 Der Krieg gegen die Türken 1788—1791. Brcka. Berbir. ohne eine Entscheidung herbeizuführen. Endlich, als bereits die Nacht hereingebrochen war, nöthigte der eingetretene Munitions- mangel die tapferen Grenzer zum Rückzuge, welchen die türkische Reiterei wiederholt, jedoch immer vergeblich, zu stören suchte. Die Kaiserlichen hatten in dem hartnäckigen Kampfe an Todten, Ver­wundeten und Gefangenen 9 Officiere und 243 Mann, die Türken aber weit mehr verloren. Auf die Kunde von diesen Vorgängen Hess der FM. Laudon, um die Aufmerksamkeit des Feindes auf sich zu lenken, noch in der Nacht auf den 26. Mai gegen die kleine Festung Izacic streifen um am 28. sieben Bataillone und sechs Escadronen des slavonischen Armee-Corps an der Mündung des Vrbas-Flusses über die Save gehen. In der Absicht, den Feind ganz von der Una wegzuziehen, befahl der Feldmarschall dem Obristen Kovacevió, sich mit sechs Compagnien Grenzern in Ra- jevoselo einzuschiffen, die Save hinabzufahren und das Städtchen Brcka zu nehmen. Am 1. Juni bei Tagesanbruch landeten die Kaiserlichen an der Mündung des Brka-Baches, gingen sofort zum Angriffe über und eroberten Brcka in kurzem Kampfe. In der ersten Hälfte des Monats Juni setzte FM. Laudon einen Theil des croatischen Corps aus der Umgebung von Sluin nach Slavonien in Marsch, um mit demselben die Belagerung von Berbir (Türkisch-Gradiska) zu unternehmen. Das Commando in Croatien erhielt nun FML. Wallisch, der das Gros und sein eigenes Hauptquartier nach Sluin verlegte. Die Grenztruppen hielten den Cordon besetzt, auf dessen äusserstem rechtem Flügel das ungefähr 1000 Mann starke Frei-Corps des Obristlieutenants Vukassovich stand. Am 19. Juni schlug FM. Laudon sein Hauptquartier in Alt- Gradiska auf, wo sich 21 Bataillone und zwei Escadronen zur Be­lagerung ven Berbir versammelten. Das zu diesem Zwecke heran­gezogene Belagerungsgeschütz bestand aus 22 Kanonen und 16 Mörsern. Ausserdem befanden sich auf den Wällen von Alt-Gradiska 25 Kanonen und 29 Mörser. In der Nacht zum 23. Juni gingen die Kaiserlichen auf einer Schiffbrücke, welche sie durch einen Brückenkopf versicherten, über die Save. Um 8 Uhr Morgens be­gann die Südfront von Alt-Gradiska das Feuer gegen Berbir und in der folgenden Nacht wurde zur Aushebung der Laufgräben geschritten. Nach wenigen Tagen schon zeigten sich die Vortruppen eines feindlichen Entsatz-Corps und nöthigten den Feldmarschall sich

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