Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Neue Folge, 1891)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. (Fortsetzung). Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien

300 Der Krieg gegen die Türken 1788—1791. Feldzug 1789. Quellen: Wie bereits angegeben. Zu Anfang des Jahres 1789 lag die österreichische Armee in Winterquartieren, welche sich von den Quellen der Una bis zum Seret-Flusse erstreckten. Der ungewöhnlich kalte Winter machte auf beiden Seiten eine Unternehmung von grösserer Bedeutung zur Unmöglichkeit. Da FM. Lacy, angeblich wegen seiner angegriffenen Gesundheit, die Fortführung des Oberbefehls abgelehnt hatte, wurde dem Hofkriegsraths-Präsidenten, FM. Grafen Hadik, das Commando der Haupt-Armee übertragen. Der Kaiser setzte den 15. April als Termin für die engere Coneentrirung der Corps fest, bestimmte aber, dass dieser nicht unbedingt eingehalten zu werden habe, weil die Witterung, die geringen Vorräthe in den Magazinen und die Conservirung der Soldaten eine Verzögerung der Campirung wünschenswerth erscheinen lassen könnten. Als FM. Hadik Anfangs Mai im Hauptquartier zu Futak ein­traf, waren die kaiserlichen Truppen in folgender Weise vertheilt: 1. Haupt-Armee: a) Corps in Syrmien unter G. d. C. Graf Josef Kinsky: 26 Bataillone, 3 Compagnien, 53 Escadronen; 5) Corps im Banat unter FZM. Graf Clerfayt: 28 Bataillone, 12 Compagnien, 44 Escadronen. 2. Corps in Croatien und Slavonien unter FM. Frei­herrn von Laudon; a) in Croatien unter FZM. De Vins (später GM. Wallisch): 33 Bataillone, 32 Compagnien, 22 Escadronen; b) in Slavonien unter FML. Graf Mittrowsky: 17 Bataillone, 13 Compagnien, 8 Escadronen. 3. Corps in Siebenbürgen unter FML. Fürst Hohenlohe: 18 Bataillone, 28 Escadronen. 4. Corps in der Moldau unter G. d. C. Prinz Coburg: 8 Bataillone, 8 Compagnien, 24 Escadronen. Die Completirung der Armee, besonders der Cavallerie, ver­zögerte sich, ungeachtet der Einwirkung des Kaisers, ausserordentlich. Die ersten Feindseligkeiten kamen in Croatien vor. Schon am 20. April war dem in Glina befehligenden GM. Schlann ge­meldet worden, dass sich die bosnische Reiterei in Jasenica, das

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