Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Neue Folge, 1891)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. (Fortsetzung). Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien

294 Der Krieg gegen die Türken 1788—1791. Uj-Palanka Pancsova. BeXanja. Begovstan. Dubica. Agino Brdo. rückte. Gegen Weisskirchen wurden starke Detachements vor­geschoben. Am 27. October traf die Armee bei Sémiin ein und um dieselbe Zeit war auch das Banat von den Feinden wieder ■ geräumt worden, wobei es, wie bei Uj-Palánka am 21. October und Pancsova am 24. October zu leichten Gefechten kam. Vor Belgrad hatte sich in der Zwischenzeit nichts bedeutendes zugetragen. Der Feind versuchte zwar wiederholt, so am 9. Sep­tember, 13. October und 11. November, Truppen auf dem dies­seitigen Ufer der Save auszuschiffen und gegen die Verschanzungen bei Bezanja zu demonstriren-, er wurde aber jedesmal durch die Unterstützungen oder einige Kanonenschüsse abgewiesen. Mit dem Eintreffen des Kaisers bei Sémiin nahmen die Feind­seligkeiten im Allgemeinen ein Ende. Als die Türken aus dem Lager bei Belgrad nach den Winterquartieren abzogen, ertheilte auch der Kaiser den Befehl zum Beziehen derselben. Am 18. No­vember verliess der Kaiser die Armee und begab sich, krank und verstimmt über den Verlauf des Feldzuges, nach Wien. Nach der Abreise des Monarchen trug der commandirende G. d. C. Kinsky dem Seraskier Avdi Pascha, Gouverneur von Belgrad, für die Dauer des Winters einen Waffenstillstand gegen zehntägige Kündi­gung an, welcher angenommen und später auf alle Grenzgebiete ausgedehnt wurde. In Croatien gelang es den kaiserlichen Truppen, deren Com­mando nach der Erkrankung des G. d. C. Fürsten Karl Liechten­stein wieder der FML. De Vins übernommen hatte, am 9. August die Höhen von Begovstan bei Dubica zu erobern, welche durch Verschanzungen gesichert und dadurch zu einem wichtigen und haltbaren Stützpuncte auf dem rechten Ufer der Una gemacht wurden. Am 10. August wurde die Belagerung von Dubica nun abermals begonnen, von den Türken aber keine Gelegenheit un- benützt gelassen, sie zu stören und zu unterbrechen. Ein Angriff, den GM. Schindler am 17. August gegen die feindliche Stellung auf dem Agino Brdo unternahm, erheischte beträchtliche Opfer, 125 Mann und scheiterte vollständig. Dennoch waren die Kaiser­lichen seit dem 15. August zum Sturme bereit, aber der Kaiser hatte denselben untersagt und befohlen, die Festung durch das Geschütz allein zu bezwingen. Am 18. August traf endlich der neuernannte Commandant der Armee in Croatien und Slavonien,

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