Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Neue Folge, 1891)
Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. (Fortsetzung). Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien
263 Kimpulnngüber die Save und vereinigte sich mit der in der Nähe lagernden Haupt-Armee. Die Truppen in Siebenbürgen waren nach der Disposition des FM. Seckendorf am 12. Juli über die Grenze vorgerückt. GFWM. Ghilany brach an diesem Tage von Törzburg auf und sandte den Obristlieutenant Bárkóczy mit 250 Pferden gegen Kimpulung voraus, da verlautete, die Türken würden diesen Ort bei Ausbruch der Feindseligkeiten niederbrennen. Der Feind wartete aber das Erscheinen der kaiserlichen Truppen gar nicht ab, sondern zog südwärts ab und Hess nur eine geringe Besatzung in dem mit hoben Mauern umgebenen Kloster zurück. Nach hartnäckiger Yer- theidigung wurde dasselbe von den zu Fusse kämpfenden Husaren Bárkóezy’s erstürmt und das nachfolgende Gros nahm bei Kimpulung Stellung und verschanzte dieselbe. Die Haupt-Colonne unter FZM. Paul Wallis lagerte am 18. Juli bei Rimnik, wo ein Brückenkopf angelegt wurde. Um die gleiche Zeit drang FML. Quadagni in die Moldau ein, konnte sich aber, da günstig situirte haltbare Puncte fehlten, nicht darin behaupten und musste sich mit der Besetzung der Grenze und der Vornahme von Streifzügen begnügen. Nach dem Falle von Nisch wollte FZM. Wallis die Alt überschreiten, um nach der Vereinigung mit dem GFWM. Ghilany Bukarest zu nehmen. Bevor noch eine Entscheidung über das Project des FZM. Wallis zurückgelangt war, traf ein Befehl Seckendorfs ein, welcher den FZM. Wallis anwies, mit so viel Truppen als entbehrlich nach Vadulil (Calafatuj zu marschiren. In Ausführung dieser Weisung marschirte Wallis mit seinem Detachement von Krajova ab und traf am 16. August in Vadulil ein. Da FM. Seckendorf die Ausbreitung der russischen Truppen an der unteren Donau erwartete und die Armee in der Nähe des Stromes leichter verpflegen konnte, als in der ressourcenlosen Umgebung von Nisch, endlich auch Nachrichten eingelaufen waren, welche das Auftreten einzelner feindlicher Abtheilungen am Timok und bei Vidin ausser Zweifel stellten, befahl er die Absendung eines 8—9000 Mann starken Corps mit dem entsprechenden Geschütze zur Cernirung, eventuell Belagerung von Vidin. Der schlechten Wege und des schwierigen Terrains halber sollte dieses Corps nicht vereinigt, sondern brigadenweise marschiren. Am