Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Neue Folge, 1891)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. (Fortsetzung). Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien

Feldzug 1736. 257 Verlust ihrer Privilegien, sorgten um die Freiheit ihrer Religion und planten deshalb einen Aufstand, zu welchem die Gelegenheit um so günstiger erschien, als die regulären Truppen Ungarn ver­lassen hatten und die Besatzungen der festen Plätze zum grossen Theile aus serbischen Grenzmilizen bestanden. Die Urheber der Empörung waren die Befehlshaber der längs der Maros vertheilten Grenztruppen, besonders deren Commandant, Obrist Peter Szege- dinecz (genannt Peró), Major Sterha, Hauptmann Ranko Thököly und Oberlieutenant Szevics; dann der Obrist Záko, der zwei Re­gimenter commandirte, welche in der Bácska in Garnison lagen. Während des Winters von 1734 auf 1735 versuchten Peró und seine Mitverschwornen, das ungarische Landvolk an der untern Theiss, der Maros und Körös dadurch zur Theilnahme an der be­absichtigten Empörung zu verleiten, dass sie demselben vorspiegelten, sie seien von Rákóczi, der in kurzer Zeit selbst erscheinen werde, beauftragt, ein Kuruczenheer anzuwerben. Obwohl die grosse Masse des Volkes gegen diese Aufreizungen taub und theilnahmslos blieb, Hessen sich doch einige verwegene Leute, wie Johann Vértesi, der Richter von Szent-András, Johann Szebestyén u. a., bewegen, ge­meinsame Sache mit den Rebellen zu machen. Peró und Thököly nahmen es auf sich, Arad, wo zwei serbische Bataillone die Be­satzung bildeten, in ihre Gewalt zu bringen, während Vértesi und Szebestyén Gyula überrumpeln sollten. Die beiden letzteren schlugen am 27. April in Szent-András los, brachten aber kaum 1300 Bewaffnete zusammen, mit welchen sie in der Gegend von Mezőtúr plünderten. Am 29. April besiegten die Rebellen ein Häuflein Soldaten, welches ihnen aus Szolnok entgegengerückt war, und lagerten sich hierauf vor Gyula. Sie begannen eben diese Stadt zu be­lagern, als Orczy, der Obergespan des Hevesei’ Comitats, mit den Obristen Beleznay und Halász, dann dem Capitän der Jazygier und Kumanier, Podhradczky, anrückten und die mangelhaft be­wehrte und zuchtlose Schaar der Empörer nach den Waldungen von Erdőhegy trieben. Szevics, Sterba und andere Urheber der Verschwörung gaben sich nun den Schein unverletzter Treue gegen den Kaiser und retteten sich, indem sie ihre früheren Genossen ver- riethen. Beauftragt, die Reste der Rebellen zu zerstreuen, drangen sie mit ihren Milizen in den Wald von Erdőhegy, hieben darin eine grosse Anzahl ihrer früheren Mitverschwornen nieder, nahmen Gyula.

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