Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Neue Folge, 1891)
Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegsschauplätzen der Monarchie. III. Theil. (Fortsetzung). Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien
Während dieser Ereignisse hatte Prinz Eugen die Armee bei Peterwardein über die Donau und in jene Verschanzungen geführt, in welchen im Jahre 1694 der FM. Caprara von den türkischen Truppen eingeschlossen gewesen war. Die türkische Haupt-Armee folgte der Vorhut und in der Nacht vom 3. auf den 4. August näherten sich 60.000 Mann den Verschanzungen der Kaiserlichen 5 sie begannen mit der Aushebung von Laufgräben und eröffneten am Morgen ein überaus heftiges Geschütz- und Kleingewehrfeuer gegen das Lager des Prinzen. Gleichzeitig wurde vom Grossvezier die Festung Peterwardein, selbstverständlich erfolglos, zur Uebergabe aufgefordert. Prinz Eugen traf unverweilt Vorbereitungen, um den Feind in seiner Stellung anzugreifen, bevor die letztere noch mehr verstärkt und durch Feldbefestigungen gesichert werden konnte. Noch am 4. August wurden vom Oberbefehlshaber die nöthigen Dispositionen ertheilt, um den Gegner am nächsten Morgen vor Tagesanbruch angreifen zu können. Die auf dem linken Donau-Ufer stehende Cavallerie und die im Anmarsche von Szegedin her begriffene Infanterie sollten auf den beiden Schiffbrücken den Strom noch in der Nacht passiren. Alle Anordnungen für die bevorstehende Schlacht wurden vom Generalissimus der eigenthüm- lichen Beschaffenheit des Terrains trefflich angepasst. Der grösste Theil der Infanterie ward hinter der vordersten Schanzenlinie aufgestellt, und zwar in drei Treffen, von denen der rechte Flügel des ersten von dem FZM. Maximilian Graf Starhemberg, der linke von FZM. Graf Regal, das zweite von den Feldzeugmeistern Prinz Braun sch weig-Bevern (rechter Flügel) und Graf Harrach (linker Flügel), das dritte von dem FZM. Loffelholz befehligt wurden. Sechs Bataillone, w7elche ausserhalb der Verschanzungen aufgestellt waren und die Verbindung mit dem linken Flügel herzustellen hatten, führte der FZM. Prinz Alexander von Württemberg. Der linke Flügel der Armee unter dem FM. Graf Pálffy bestand aus der in fünf Colonnen getheilten Reiterei, während der rechte, an welchem die Bodenbeschaffenheit die Verwendung grösserer Streitkräfte nicht gestattete, nur aus vier Cavallerie-Regimentern unter dem G. d. C. Freiherrn von Ebergényi bestand. Die Aufstellung des kaiserlichen Heeres war links durch einen ausgedehnten Sumpf, rechts durch unpraktikable Höhen gedeckt, also in beiden Flanken