Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Neue Folge, 1891)

Major Duncker: Militärische und politische Actenstücke zur Geschichte des ersten schlesischen Krieges 1741 (Schluss im VI. Band)

Zur Geschichte des ersten schlesischen Krieges. Da nun zufolge eben angezogenen Extracts und dessen, was Euch den 7. hujus zu wissen gethan habe,1) zu vermuthen ist, dass zu Dresden man mit dem Operations-Plan wirklich beschäftigt sei, so glaube Meinem Dienst gemäss zu sein, dass mit Absendung eines Generalen an dortigen Hof nicht gesäumt werde. Von hier aus lässt sich nicht wohl einer dahin senden, weil er von Eueren Ideen, und dem Stand der Sachen in Schlesien, aus dem Grunde unterrichtet sein muss. Mir hat also der Graf Browne der taug­lichste hiezu geschienen. Zwar begreife sehr wohl, wie noting er hei der Armee ist, und wie Mein Dienst Anstoss leiden könnte, wofern er allzulang davon entfernt sein sollte. Allein ist Meine worden, kam in der Frühe der aus Schlesien erwartete Courier mit des Königs in Preussen schriftlichen Resolution auf die im Namen des Königs von Grossbritannien und der General-Staaten ihm durch den Grafen Hyndford und dem Baron Ginkel gethane Vorstellung an.« [Am 7. Juni 1741 hatten beide Gesandte Audienz bei König Friedrich II. und übergaben Tags darauf iden­tische Memoires, in welchen die Räumung Schlesiens durch die preussischen Truppen verlangt wird. Die negative Antwort König Friedrich II„ (von Po- dewils in Breslau am 15. Juni 1741 unterzeichnet) findet sich in »Preussische Staatsschriften« I, S. 305 abgedruckt.] »Gleich selbigen Morgens vor der Tafel wurde der Befehl an alle Regimenter ausgestellt, sich auf die erste Ordre marschfertig zu halten. Des andern Tages hierauf, als den 27., wurde der hiesige General-Wachtmeister v. Ilten nach Dresden in der Stille abgeschickt, um mit allda hiesigem Hof das Nöthige wegen der Operationen, der Conjunc­tion der hessischen mit den sächsischen Truppen und was sonst noch dabei zu observiren sein möchte, zu verabreden, und an eben demselben Tage wurde auch wegen der dänischen Auxiliar-Truppen, als welche für’s erste zu dem hiesigen zur Operation destinierten in achtzehntausend Mann bestehenden Corps stossen sollen, das Nöthige vorgekehrt. Daher denn aus diesem allen leicht abzunehmen ist, dass des Königs von England Majestät einestheils nichts anderes als die preussische letztere Entschliessung auf eine authentische Art abwarten wollen, anderntbeils aber bei derselben so kaltsinnig und widrigen Abfassung um so geschwinder zu den Veranstaltungen geschritten sei.« (H. H. u. St. A. Staatskanzlei; Berichte aus Hannover 1741, Fase. 1.) l) Mit dem Rescripte vom 7. Juli erhielt der Feldmarschall den Auszug aus einem umfangreichen Berichte des Grafen Ostein aus Hannover vom 29. Juni, welcher die mit dem englischen Slaatssecretär Lord Harrington statt­gehabte Unterredung mittheilt, bei welcher der Gesandte jene Puncte über­geben hatte, die in Folge der abgeschlossenen Conventionen in Aussicht zu nehmen und festzustellen waren. Ausserdem wird darin angeführt, dass der mehrgenannte GM. v. Ilten am 27. Juni im Geheimen nach Dresden, bezüglich der militärischen Abmachungen mit Sachsen abgesendet worden sei. (H H. u. St. A.. Staatskanzlei, Berichte aus Hannover 1741. Fase. 1, Original.) 15*

Next

/
Oldalképek
Tartalom