Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Neue Folge, 1891)

Major Duncker: Militärische und politische Actenstücke zur Geschichte des ersten schlesischen Krieges 1741 (Schluss im VI. Band)

Zur Geschichte des ersten schlesischen Krieges. 221 Croaten, Slavonier und Husaren. Es ist da ein Corps beisammen, das sieh sehen lassen, oder im Augenblick sich kühn (hardiment) bewegen kann. Also sehen Sie zu, was Sie thun können, der Feind ist ohnedies nicht so nahe, um Ihnen während des Marsches auf den Hals fallen zu können. Ich zweifle nicht, dass, wenn er erfährt, dass der König von England ernstlich die Operationen beginnen will, er versuche, diesem Moment zuvorzukommen, indem er Sie früher angreift, also seien Sie deshalb vorsichtig und halten Sie bezüglich seiner Bewegungen gute Spione, denn die gegenwärtige Conjunctur wird ihn gewiss, sei es auf die eine oder andere Art zum Handeln be­wegen. Sie können vor Allem aus den Bewegungen, welche er seine Armee wird machen lassen, besser beurtheilen, wie diese Neuigkeiten auf den Geist des Königs wirken werden. Ich habe den General Ghylányi zum Corps nach Schlesien befehligt,wie Sie es gewünscht haben; da er aber keine Equi­page bat und diese zusammenstellen muss, wird sich seine Abreise noch einige Wochen verzögern. Man muss auch in etwas zusehen, den Husaren-Regimentern nicht allzuviel Fatiguen aufzuladen und suchen, sie soviel zu sehonen, als die Nothwendigkeit es erlaubt. Die drei Regimenter aus den Comitaten beklagen sich, dass sie weder Heu noch Hafer haben, also sehen Sie zu, dass sie nach der „Capitulation“ gehalten werden, wenn sie bei der Armee sind, ich empfehle sie Ihnen, wie auch die Slavonier, welche, obschon ich gern glaube, dass sie schauerliche Excesse begehen, alle wenig den Feind fürchten. Ich ersuche Sie demnach Geduld zu haben, da diese beiden Corps ein Versuch sind, den ich gemacht habe und wenn er Erfolg haben könnte, würde man in Zukunft gute Dienste daraus ziehen. Aller Anfang ist schwer, besonders mit solchen Leuten, aber wenn sie, die einen, wie die andern, Beute (butin) beim Feinde machen können, muss man suchen, ihnen ’) Erlass ddo. Pressburg, 8. Juli 1741; Gräflich Neipperg’sches Archiv, enthält die Benachrichtigung, dass nachdem die GFWM. Baranyay und Festetics öfter unpässlich seien, dem GFWM. Br. Ghylányi Ordre ertheilt wird, sich auf das schleunigste nach Schlesien zu begeben, um mit den beiden vorer­wähnten, bei den Husaren angestellten Generalen nach Neipperg’s Ermessen verwendet zu werden.

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