Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Neue Folge, 1891)

Major Duncker: Militärische und politische Actenstücke zur Geschichte des ersten schlesischen Krieges 1741 (Schluss im VI. Band)

Tage aus Breslau eingelaufene Nachrichten ein, welche die Weg­nahme eines ansehnlichen Vieh-Transportes durch österreichische Hussaren fast unmittelbar vor den Thoren dieser Stadt meldeten und die Consternation schilderten, welche in der Landeshauptstadt über die ihr vom König von Preussen auferlegte Contribution von 500.000 fl., binnen vier Wochen zu erlegen, herrschte. Bei Nicht­einhaltung des angegebenen Termins waren der Stadt die strengsten Massregeln angedroht. Die Bürgerschaft, wurde gemeldet, wolle sich trotzdem dazu nicht verstehen, sondern berufe sich auf das Neutralitäts-Abkommen vom 3. Januar 17-41. x) Man hielt offenbar preussischerseits die Zeit schon für ge­kommen, in die immerhin noch beschränkende Neutralitäts-Convention Bresche zu legen, um sie endlich ganz beseitigen und als unum­schränkter Herr in der Landeshauptstadt gebieten zu können.2) 34. Der Grossherzog von Toscana an FM. Graf Neipperg.3) Pressburg, 8. Juli 1741.4) Ich habe alle Hire Briefe erhalten, aber die Beschäftigungen im Anfänge hier5) haben mich zu antworten verhindert, wie ich es gewollt hätte. ') FM. Graf Neipperg an den Grossherzog, Neisse, 7. Juli 1741. K.-A. Schlesien 1741; Fase. VII, 8, ad 8 a und ad 8 b. 2) Vergl. »Zur Capitulation Breslaus«, Mittheilungen des Kriegs-Archivs 1885, pag. 193. Nach diesem Abkommen war der Stadt Breslau eine voll­kommene und genaue Neutralität zugesichert worden, »also dass von derselben weder einige Huldigung, noch Abgabe einiger Contribution, wie solche Namen haben mag, solle und werde gefordert werden.« 3) Gräfl. Neipperg’sches Archiv. Original französisch und eigenhändig. Die Briefe des Grossherzogs an den FM. Grafen Neipperg sind, entsprechend dem intimen Verhältnisse zu seinem ehemaligen Erzieher (siehe I. pag. 171, Anmerkung 1) durchwegs in vertrautem Tone gehalten. Der Gedanken­gang ist in denselben häufig nur skizziert, die Perioden sind grösstentheils lang und manchmal schwer verständlich. Die Uebersetzung hat sich bemüht, den Original-Charakter der Briefe möglichst intact zu bewahren — allerdings auf Kosten des Styls. *) Das Original ist irrthümlich »8. Juni« datirt. 5| Die Abreise der Königin war, wie erwähnt, von Wien am 19. Juni erfolgt, am 20. der Einzug in Pressburg; am 21. hatte Maria Theresia die Mitglieder des Landtages empfangen, am 25. Juni hatte in Pressburg die Krönung zur Königin von Ungarn stattgefunden.

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