Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Neue Folge, 1891)
Hauptmann Alexich: Die freiwilligen Aufgebote aus den Ländern der ungarischen Krone 1741 und 1742. II. Die Pressburger Landtagsbeschlüsse und die allgemeine Insurrection in Ungarn 1741/42 (Schluss)
Die freiwilligen Aufgebote aus Ungarn 1741 und 1742. 191 plötzlich ein Theil der Mannschaft, den Marsch fortzusetzen und kündigte vollends den Gehorsam. Zuerst versuchten die Offieiere mit begütigenden Worten die Leute zu ihrer Pflicht zurückzuführen und als dies fruchtlos blieb, wollten sie mit Hilfe der Treugebliebenen Gewalt anwenden. Dies misslang vollständig; die Meuterer machten sich schussbereit und griffen die Offieiere an. Entschlossen traten diese den Aufrührern entgegen, doch war der Kampf bald entschieden, Hauptmann Franz Catozzi wurde erschossen und die übrigen Offieiere mussten die Empörer ihres Weges ziehen lassen. Diese wendeten sich dem westlich von Mezö-Túr gelegenen Dorfe Csibakháza zu, wo sie, da in der ganzen Umgebung nicht ein Mann Militär aufzubringen war, die wildesten Excesse verübten. Der entschlossene Vicegespan des Csongráder Comitates, v. Andrássy, sammelte die eben in der Aufstellung begriffenen Comitats-Milizen, sowie das durch die Empörer bedrohte Landvolk, marschierte nach Csibakháza, überfiel das meuterische Bataillon und brachte es entwaffnet nach Szolnok. Hieher eilte Oberst Haller, Gericht zu halten; fünfzehn Rädelsführer waren entwichen, 150 der Meistgravierten wurden zur gerichtlichen Untersuchung in die Festung Temesvár escortiert, wohin gleichzeitig das Oberst- lieutcnant-Bataillon und mit diesem der Cadre des Garnisons- Bataillons von Jászberény verlegt wurden. Im Monate September ergieng das kriegsrechtliche Urtheil. Die Schuldigsten wurden mit dem Tode bestraft, viele zu schweren körperlichen Strafen verurtlieilt, einige nach ausgestandener Todesangst aber „wieder ehrlich gemacht“. Es gelang Oberst Haller, mit fester Hand das Oberst-Bataillon bis Ende September wieder in eine solche Verfassung zu bringen, dass dasselbe, geführt von Oberstlieutenant Thomas Pap, den Marsch nach Peterwardein fortsetzen konnte; von hier kamen zwei Compagnien nach Sémiin; anfangs December wurde das ganze Bataillon nach Essegg verlegt. Das Leib-Bataillon unter Hauptmann Bakits brach gleichfalls im August auf; dasselbe mied aber die vom Oberstlieutenant- Bataillon genommene Route und zog über Ofen, dann längs der Donau nach Essegg; von hier aus detachierte es zwei Compagnien nach Pakraz.