Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Neue Folge, 1891)

Hauptmann Alexich: Die freiwilligen Aufgebote aus den Ländern der ungarischen Krone 1741 und 1742. II. Die Pressburger Landtagsbeschlüsse und die allgemeine Insurrection in Ungarn 1741/42 (Schluss)

F ■ zu hohem Unmuthe fand und dies auch in allen Anordnungen gegen diese Uebelstände wiederholt zum Ausdrucke brachte, eben so sehr zeigte sich die Königin von bravem Verhalten befriedigt und ihre Zufriedenheit mit den Portalisten, die nun doch ebenso­gut Theile der Insurrection waren, wie die Personalisten, kam daher auch diesen schliesslich zu Gute. Schon am 3. Juli hob die Königin in einem Erlasse an die ungarischen Stände hervor, dass die Reiterei in Bayern und Böhmen vorzügliche Dienste leiste, dass sie daher dieselbe weiter zu behalten wünsche und die Stände ersuche, darüber bald ihr Gutachten abzugeben. Wie alles Uebrige, so nahm die Königin auch die Lösung dieser Frage in eigene Hand und es gelang ihr, das Zugeständ- niss eines weiteren Dienstjahres zu erhalten. Ein Handschreiben der Königin vom 10. September 1742 an die Obergespane der Comitate leitete die Angelegenheit ein, Worte von hinreissender Gewalt, die wohl geeignet waren, ungarische Herzen zu entflammen. „Wenn je nicht nur die Treue des ungarischen Volkes gegen seine Königin und Herrin allein, sondern auch, wie es wahren Bürgern des Vaterlandes ziemt, dessen ausserordentliche Liebe zu einer gütigen Fürstin und zärtlichen Mutter hervortrat, so fand dies wohl in reichem Masse bei dem letzten Landtage seine Be­stätigung, wo die allgemeine Insurrection des Königreiches mit einhelligem und glühendem Eifer der getreuen Stände des Reiches beschlossen und für Mein Haus und zur Wahrung Meiner Rechte die Waffen unverzüglich und mit lobenswerthem Wetteifer ergriffen wurden. Nicht geringer waren auch die Beweise martialischer Tüchtigkeit, welche daraus hervorgingen und dem Volke eigen- thümlich zu sein scheinen. Und da Ich der Früchte, die Ich davon erntete, immerdar dankbar eingedenk bleiben werde, so gereichte es Mir und wird Mir auch fernerhin zu nicht geringer Befriedigung gereichen, dass Alles, was zur Steigerung des Ruhmes des ungarischen Namens dient, auf Veranlassung Meiner Regierung selbst in ganz besonderer und umso glänzenderer Weise, mit glückverheissenden Vorbedeu­tungen, aller Welt bekannt geworden ist. An Euch ist es nun, zu Ende zu führen, was Ihr so ruhm­würdig begonnen habt. Wohl ist auf einer Seite der Friede her-

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