Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 4. (Neue Folge, 1889)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegs-Schauplätzen der Monarchie. III. Theil (Fortsetzung): Der südöstliche Kriegs-Schauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien

196 Die Rákúczi’schen Unruhen. Paks. Bibersburg. vilié ersetzt. Dieser rüstete im Juni ein Corps von 1600 Mann Infanterie und 2000 Reitern aus, das unter dem Commando des FML. Glöckelspcrg gegen Paks operiren und die von den Insur­genten dort errichteten Verschanzungen (Bottyánvár) und die Schiff­brücke wegnehmen sollte. Am 22. Juni wurden die unter Bottyán auf dem rechten Donauufer stehenden 7000 Mann in die Ver­schanzungen getrieben. Aus Besorgniss um ihre Brücke räumten die Insurgenten in der Nacht vom 23. auf den 24. Juni die Schanzen des rechten Ufers vollständig. Glöckelsperg verhinderte das Ab- brechen der Schiffbrücke, zwang die Gegner, ihre noch unvoll­endeten Verschanzungen auf dem linkenUfer ebenfalls aufzugehen, und trieb den Feind schliesslich in die Flucht. Er wollte seine mit Glück unternommenen Operationen fortsetzen, erhielt aber die Weisung, unverzüglich nach Komorn abzurücken. Dieser Befehl des Obercommandanten war durch die furchtbaren Mordbrenne­reien, welche die Insurgenten mittlerweile in Mähren verübt hatten, veranlasst worden. Der Feldmarschall wollte sich gegen diese Schaaren wenden und gleichzeitig die Festung Leopoldstadt verproviantiren. Am 3. August brach Herbeville mit 16 Bataillonen und 40 Escadronen gegen Leopoldstadt auf und versah, ohne von der überlegenen Macht der Insurgenten daran gehindert zu werden, den Platz mit Lebensmitteln, die für die Dauer eines Jahres bemessen waren. Während des Rückmarsches nach der Schütt kam es am 11. August hei Bibers bürg, nördlich von Modern, zu einem sieg­reichen Zusammenstosse mit einem gegen 30.000 Mann starken In­surgenten-Corps. Diese Schlappe hinderte die letzteren aber keines­wegs, in Banden von 8—10.000 schon nach wenigen Wochen wieder plündernd in Mähren und Nieder-Oesterreich einzubrechen. Die dadurch für Wien entstandene Gefahr erschien aber gering gegen den drohenden Verlust von Grosswardein und ganz Sieben­bürgen. Um diese Möglichkeit abzuwenden, sandte der Hofkriegs­rath am 15. August Herbeville den Befehl, das blokirte Gross­wardein zu entsetzen und dem FM. Rabutin Hilfe zu bringen. Herbeville sammelte seine Streitkräfte bei St. Peter auf der Insel Schütt und brachte sie nach dem Eintreffen einiger Verstärkungen bis auf 16.500 Mann. Am 25. August erreichte das kaiserliche Corps Komorn, von wo der Marsch am 28. auf dem rechten Donau-

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