Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 4. (Neue Folge, 1889)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegs-Schauplätzen der Monarchie. III. Theil (Fortsetzung): Der südöstliche Kriegs-Schauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien

lang beschiessen, dann durch 700 Mann stürmen und im ersten Anlaufe wegnehmen liess. Die Kaiserlichen verloren hiebei nur 15 Mann, während die 300 Mann starke türkische Besatzung bis auf einen geringen Rest niedergemacht wurde. Zu gleicher Zeit schlug Obrist Kyba, der mit seinen Croaten die Vorhut bildete, eine Ab­theilung von 200 Spahis, welche zur Verstärkung der Garnison von Zepce bestimmt waren, in die Flucht und nahm derselben zahlreiche Gefangene ab. Mehrere der letzteren sagten aus, dass der Chiaja mit 3000 Mann bei Vranduk stehe, ein in dessen Nähe befindliches Défilé verschanze und durch Verhaue sperre. Die Schanzen und Verhaue wurden beim Weitermarsche zwar vorgefunden, aber der Feind hatte sie schon in der Nacht auf den 19. October geräumt und sich in die Berge geflüchtet. Unmittelbar vor Vranduk bestand der Obrist Kyba ein leichtes Gefecht mit der retirirenden Besatzuug des gleichnamigen Schlosses. Da die Wege immer schlechter wurden und bis Sarajevo kein befestigter Ort zu nehmen war, liess der Prinz das Geschütz und den Train unter einer Bedeckung von 900 Mann in dem Lager auf der Ebene von Oravicza zurück, während die Kleingewehr-Munition, die Handgranaten und das unbedingt erforderliche Schanzzeug auf Tragthieren weitergeschafft wurden. Am 23. October erschien das kaiserliche Corps vor Sara­jevo, das mit Ausnahme des Schlosses von den Türken vollständig geräumt worden war, plünderte die Stadt und steckte sie, nachdem der abziehende Feind einen Parlamentär verwundet und dessen Trompeter getödtet hatte, in Brand. Mit der Brandschatzung den ** bosnischen Hauptstadt war der Zweck des Streifzuges erreicht. Da inzwischen ungünstiges Wetter eingetreten war und dieses zum Rückzuge drängte, wurde der Marsch schon am 25. October, und zwar unter heftigem Schneegestöber ausgeführt. In Maglaj liess der Prinz das Gros seines Corps lagern, begab sich aber am 1. No­vember mit 1600Mann nach Tesanj, um sich des dortigen Schlosses zu versichern. Dieses wurde heftig beschossen, leistete jedoch so hartnäckigen Widerstand, dass der Oberbefehlshaber, welcher nicht viele Tage an die Bezwingung einer isolirten bosnischen Bergfeste wenden wollte, schon am 3. November nach Maglaj zurückkehrte. Am 5. erreichte das Corps, ohne vom Feinde fühlbar belästigt zu werden, wieder die Save. In derselben Zeit hatte auch der Banns von Croatien die ihm übertragene Aufgabe ausgeführt. Er passirte 172 ®er z"eite Krieg Kaiser Leopold I. gegen die Türken 1683—1699. Vranduk. Sarajevo. Tesanj.

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