Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 4. (Neue Folge, 1889)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegs-Schauplätzen der Monarchie. III. Theil (Fortsetzung): Der südöstliche Kriegs-Schauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien

Feldzug 1793. 151 Angreifer ein überaus heftiges Geschützfeuer der Besatzung auszu­halten hatten. Am Abende des folgenden Tages fielen die von ihren Czaiken unterstützten Türken mit solcher Energie aus,, dass die Kaiserlichen 300 Mann verloren, in Verwirrung geriethen und bis zu ihren Reserven getrieben wurden, mit welchen die Generale Croy, Heissler und Starhemberg endlich den Kampf zum Stehen brachten und zuletzt den Feind zurückschlugen. Ein dritter Ausfall am 17. August wurde mit mehr Glück abgewiesen, indem der Gegner, welcher wie immer die meisten seiner Todten und Ver­wundeten mit sich schleppte, diesmal über 100 Leichname auf dem Kampfplatze liegen lassen musste. Aehnlich, aber minder blutig endete ein Ausfall der überaus thätigen Garnison am 19. August. Da nunmehr auch ein Theil des Belagerungsgeschützes eingetroffen war, begann am 20. August das Bombardement der Festung aus vier Mörsern, und zwar sichtbar mit guter Wirkung. Ende Juli hatte der neue Grosswesir Büklü Mustapha mit einem sehr ansehnlichen Heere hei Turtukai zwischen Ruscuk und Silistria, die Donau überschritten und hierauf, in der Absicht, den Kriegsschauplatz nach Siebenbürgen und Ober-Ungarn, wo er auf den Beistand der Malcontenten rechnete, zu verlegen, den Marsch gegen Kronstadt angetreten. Büklü Mustapha war bereits an der Grenze von Siebenbürgen erschienen, als ihn die Nachricht von der Belagerung Belgrads veranlasste, durch die Walachei gegen Widdin z urückzumaschiren. Inzwischen war mit der Besehiessung von Belgrad fortgefahren worden und zwar mit erwünschtem Resultate, wenn es vorläufig auch noch an gangbaren Breschen mangelte. Da aber der An­marsch des Grosswesirs und dessen Ankunft zu Kladova (Fetk-Islam) zur Eile drängten, traf FM. Croy am 7. September, etwas übereilt, die Dispositionen zum Sturme, durch welchen er sich in den Besitz der Contreescarpe zu bringen hoffte. Die hiezu nothwendige Mannschaft sollte zu zwei Drittheilen von den Kaiserlichen, zu einem Drittheil von den Brandenburgern und Hannoveranern bei­gestellt werden. Den linken Flügel der Angreifer hatte der bayrische Feldmarschall-Lieutenant Seybelsdorff, den rechten der kaiserliche GFWM. Graf Guido Starhemberg zu commandiren. Nach den Dispositionen des FM. Croy war der Sturm für den Einbruch der Dunkelheit angesetzt worden. Bevor aber alle hiezu

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