Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 3. (Neue Folge, 1889)

Oberst von Wetzer: Der Feldzug am Ober-Rhein 1638 und die Belagerung von Breisach. Beiträge zur Geschichte des dreissigjährigen Krieges (Schluss)

78 W e t z e r. sagt, wenn des Feindes Succurs (wie die Gefangenen berichten) vorhanden, werde unser Abzug letztlich wohl, wo aber nicht, eins und anders übel zu verantworten sein.« FM. Götz liess sich von der einmal gefassten Idee des Rück­zugs, die unter den gegebenen Umständen jedenfalls den schwächsten Entschluss kostete, — ein Umstand, der bei Götz nicht ohne Bedeutung war, — nicht mehr abbringen. Er motivirte ihn auch in dem Berichte an den Kaiser ') »in- massen ich bei solcher Bewandtniss, weil Breisach so über 6 Tag sich schwerlich halten wird, keineswegs, da ich auch die ganze Armada (so aus Mangel der Fourage und Vivres ungern da­selbst zu subsistiren nicht vermögt) daran gehängt, diesseits so wenig als anderseits, allwo der Feind sich aller Werken schon vier Tag vor meiner Ankunft bemächtiget und von der Rheinbrücke etliche Joche abgebrannt gehabt, auch täglich mehr Succurs er­haltet, nicht zu helfen, ich auf rathsames Gutachten aller obge­dachten Generalspersonen, Obristen und Commandanten der Regi­menter die Nacht mit guter Ordre abgezogen, in der Intention, mich an dem Schwarzwald also zu formiren, gestalt ich mich erstens erst eine halbe Stund davon, folgenden Tags bei Freiburg und diese Nacht diesseits gegen dem Kenzinger-Thal logirt, damit ich die abgematteten Völker hinwiederum refraichiren und auf des Feindes fernere actiones ein wachsames Auge haben, also da der­selbe nach Eroberung Breisachs etwas Weiteres zu tentiren sich erkühnen möchte, demselben in Zeiten, ehe er sich also, wie dieses Orts geschehen, zu fortificiren bemächtigt, auf den Hals gehen und einen Streich geben möge und haben E. kais. May. sich A. g. zu versichern, dass des heil. Römischen Reichs Dienst nach höchstem meinem Vermögen, was mir zu thun menscli- und möglich also verrichten werde, damit an meinem allerunterthänigst schuldigen Fleiss keine Versäumniss verspürt werden solle, allermassen denn, da ich mit Artillerie diesmal versehen gewesen und die Proviant zu mir zu bringen einige Mittel ergreifen können, ich Neuenburg und Freiburg wegzunehmen gesucht hätte. Es hat aber der GFZM. Frei­herr v. d. Goltz aus Mangel Pferds kein einzigs Stück mitgebracht, ich auch von München aus unerachtet meines vielfältigen An­) K. A. 1638. X. 19 und XL ad 6. 320

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