Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 3. (Neue Folge, 1889)
Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegs-Schauplätzen der Monarchie). III. Theil (Fortsetzung): Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien
222 Feldzug 1708. Cachtice. Skalitz. Trentschin. pedition am 26. Juli nach Pressburg zurückgekehrt, erhielt Heister hier Kunde ven den Gefahren, welche den GFWM. Viard bedrohten. Rákóczi, der bei Erlau ansehnliche Streitkräfte gesammelt hatte, trug sich mit dem Plane, in Schlesien einzubrechen und dieses Land zu insurgiren. Er liess durch Obrist La Mothe das Schloss von Cachtice (Csejthe) wegnehmen und sandte hierauf Pekri mit einem auserlesenen Corps von 6000—7000 Mann gegen GFWM. Viard, der sich unweit Strassnitz befand. Pekri stiess bereits bei Skalitz auf die hinter einem Graben aufgestellten Truppen Viard’s und hielt es unter solchen Umständen für räthlich, den Kampf zu vermeiden und sofort wieder den Rückzug anzutreten. Viard ging aber selbst zum Angriffe vor, warf sich auf die Vorhut der Insurgenten und rieb diese vollständig auf. Rákóczi, der seine Absichten ursprünglich gegen Leopoldstadt gerichtet hatte, erfuhr, dass Trentschin in wenigen Tagen durch Hunger fallen müsse, wenn es gelänge, den mit einem Provianttransporte anrückenden GFWM. Viard aufzuhalten. Sogleich liess Rákóczi seine Pläne auf Leopoldstadt fallen und marschirte gegen Trentschin. Als das Gros der Insurgenten vor diesem Platze erschien, war es Viard indessen bereits gelungen, 300 mit Proviant beladene Wagen in die Festung zu bringen. Rákóczi verzichtete auf das voraussichtlich zwecklose Bombardement von Trentschin und bezog auf dem linken Ufer der Waag in der Nähe ein Lager. Als FM. Heister von diesen Bewegungen Nachricht erhalten hatte, ordnete er am 2. August den Marsch nach Waag-Neustadtl an, wo er erfuhr, dass die Insurgenten wenige Stunden vorher abgezogen seien. Sofort erhielt G. d. C. Graf Pálffy den Befehl, dem Feinde mit den Raizen und einem Dragoner-Regimente zu folgen. Diese Truppen vermochten die Nachhut der Kuruczen auch thatsächlich noch einzuholen und hieben den grössten Theil derselben nieder. Da eingebrachte Gefangene aussagten, Rákóczi habe weder Infanterie noch Artillerie bei sich, beschloss Heister, unverzüglich gegen Trentschin vorzugehen. Er marschirte am 3. August, die Waag mittelst einer Furt passirend, nach Beczkó und liess am 4. die Vorhut unter Pálffy waagaufwärts rücken. Diese stiess nach Passirung des Défilés von Cervena-Hora auf die in Schlachtordnung aufgestellte Armee der Insurgenten. Rákóczi