Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 3. (Neue Folge, 1889)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegs-Schauplätzen der Monarchie). III. Theil (Fortsetzung): Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien

206 Die Kákóczi’schen Unruhen. Kapornak. Simontornya. Sümeg. Egervár. genten genöthigt liabe, das ganze Land zwischen der Donau und dem Platten-See zu räumen. Desgleichen hatte Graf Steinpeiss am 17. September von Légrád aus mit 1500 Mann Grenzmilizen das Schloss Kapornak eingenommen und die in der Umgebung befind­lichen Kuruczen mit grossem Verluste auseinandergesprengt. FML. Max Starhemberg erhielt deshalb den Befehl, mit dem Gros seines Corps von Oedenburg an die Raab zu gehen, während der Feld­marschall am 19. October nach Hédervár vorrückte und am nächsten Tage Kapuvár besetzte. Die Insurgenten waren somit bis in den Bakonyerwald zurückgedrängt. Dagegen scheiterte der Versuch des FZM. Grafen Huyn mit 600 Raizen von Fünfkirchen aus Simon­tornya in Besitz zu nehmen und hatte für die Angreifer schwere Verluste zur Folge. Um dieselbe Zeit bemächtigten sich die Insur­genten mit Hilfe der Verrätherei eines Priesters des Schlosses von Sümeg. Während FM. Starhemberg Gran belagerte und die Raabau von Insurgenten säuberte, brach Forgách über die March nach Nieder-Oesterreich ein, plünderte und zerstörte mehrere Orte (Zisters­dorf u. a.) und liess die Bewohner derselben massacriren. Um Leopoldstadt mit Lebensmitteln zu versehen und weitere Einbrüche der Insurgenten über die March zu verhindern, brach FM. Starhemberg am 25. October gegen diesen Fluss auf. Am 28. wurde Leopoldstadt verproviantirt und schon in den ersten Tagen des November standen die kaiserlichen Truppen wieder in dem Lager bei Bischdorf unweit Pressburg. Von hier begab sich der Feldmarschall nach Wien, um die Einleitungen zum Beziehen der Winterquartiere zu treffen, bevor seine Entwürfe aber zur Durch­führung gelangten, trat ein vollständiger Umschwung der Sachlage ein. GFWM. Graf Heister hatte nämlich mit 3000 Mann Milizen die Gegend zwischen Raab und Zala von den Rebellen säubern wollen, wurde indessen am 6. November bei Egervár von Bezerédy und Kisfaludy überfallen und gerieth, nach vollständiger Zersprengung seines Corps, in Gefangenschaft. Rákóczi versuchte, durch den Ausgang dieses Gefechtes er- muthigt, alle in Nieder-Ungarn verlornen Positionen wieder zu erobern. Er besetzte die Befestigungen von Karva und befahl dem jenseits der Donau operirenden Bottyán die Kaiserlichen von der Raab zu verdrängen. Gleichzeitig drückte Paul Andrássy das schwache Corps

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