Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 3. (Neue Folge, 1889)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegs-Schauplätzen der Monarchie). III. Theil (Fortsetzung): Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien

124 Der zweite Krieg Kaiser Leopold I. gegen die Türken 1683—1699. tember vor Tagesanbruch setzten sich die Kaiserlichen in Marsch, fanden aber auch den rechten Flügel der Gegner so stark, dass kein anderes Mittel erübrigte, als die feindliche Stellung vollständig zu umgehen und im Rücken zu fassen. Die Vorrückung der Angreifer wurde bald durch die Spahis gestört, welche, in wildem Ungestüm attakirend, die auf dem rechten Flügel der Kaiserlichen eingetheilten Czáky’schen Husaren über den Haufen warfen. Zum Glücke ver­mochte aber die reguläre Reiterei den Angriff noch rechtzeitig ab­zuweisen und gleichzeitig stellte GFWM. Heister, der mit sechs Bataillonen das feindliche Fussvolk zum Weichen brachte, die Ver­bindung des Centrums mit den beiden Flügeln und damit die Schlachtordnung wieder her. Dieses gewahrend, gingen der Herzog von Croy und FML. Veteran i mit dem rechten Flügel zum An­griffe vor und bemächtigten sich der von den Türken besetzten Höhe, und einiger feindlichen Schanzen. Der Seraskier, nach tapferem Widerstande aus der ersten Stellung vertrieben, wollte weiter rückwärts eine zweite, neue beziehen und, um diesen Zweck erreichen zu können, einen Theil seiner Reiterei, die er zu wieder­holten Malen den Kaiserlichen entgegentrieb, aufopfern. Als die Spahis immer wieder geworfen wurden, liess Redschib Pascha durch die Janitscliaren auf die eigene Reiterei Feuer geben, ohne jedoch durch dieses verzweifelte Mittel deren Flucht hemmen zu können. Als die Kaiserlichen in dichtgeschlossenen Massen immer heftiger nachdrückten und gleichzeitig ein ununterbrochenes Kartätsclien- feuer mitten in den Knäuel des feindlichen Heeres unterhielten, stob das letztere in regelloser Flucht auseinander. Ein Theil der Fliehenden wurde in die Kischava getrieben, in welche die beiden Kürassier-Regimenter Hannover nachsetzten und zahlreiche Feinde darin niederhieben. Kisch wurde ohne Widerstand besetzt und das ganze türkische Lager mit 30 Geschützen, 3000 Pferden und einem für 4 Monate hinreichenden Proviantvorrathe erbeutet. Das Schlacht­feld bedccklen die Leichname von mehr als 10.000 Türken, während der Verlust der Sieger sich auf 300 Todte und Verwundete be­zifferte. Der Markgraf liess die Trümmer des feindlichen Heeres, welche durch die Pässe von Pirot und Dragoman gegen Sofia ent­flohen, bis zum 2. October verfolgen und hierbei Pirot und Mustafa-Pascha-Palanka in Besitz nehmen. 1 )er Markgraf wollte zuerst den Marsch gegen Sofia antreten, liess aber, der Schwäche

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