Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 3. (Neue Folge, 1889)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegs-Schauplätzen der Monarchie). III. Theil (Fortsetzung): Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien

118 Der zweite Krieg Kaiser Leopold 1. gegen die Türken 1683—1699. Knin. Citluk. Vrlika. Opus. Trebinje. den Pascha von Scutari, die Vernichtung eines türkischen, zur Ueberrumpelung von Dernis bestimmten Truppen-Cbrps durch den venetianischen General Marchese Borro und die Belagerung der Festung Knin. Hier erschien am 28. August Cornaro, liess den Platz von Westen her beschiessen mul nach der Herstellung einer Bresche, zur Uebergabe auffordern. Als diese verweigert wurde, er­stürmte er die Feste, in der 12 Geschütze und bedeutende Vorräthe an Proviant und Munition vorgefunden wurden, am 2. September. Der Kampf um Knin hatte den Venetianern 200, den Türken 1500 Mann gekostet. Während und kurz nach der Belagerung von Knin brachten die Venetianer auch noch Citluk und Vrlika in ihren Besitz. Ein Versuch, den der Pascha der Hereegowina mit 1300 Mann unternahm, um das Fort Opus zu überfallen, scheiterte ebenso, wie eine Expedition, welche die Venetianer zu Schiff gegen Gabela unternehmen wollten. Dafür gelang dem General Cornaro kurz vor der Beendigung des Feldzuges die Unterwerfung von Trebinje. Feldzug 1689. Quellen: Klein-Fessler, Geschichte von Ungarn. — Schels, Kriegsgeschichte der Oesterreicher. — Theatrum europaeum. — Röder von Diersburg, Des Markgrafen Ludwig von Baden Feldzüge wider die Türken. — Onno Klopp, Das Jahr 1683 und der folgende grosse Türkenkrieg. — Hammer-Purgstall, Geschichte des osmanischen Reiches. — Acten des k. k. Kriegs-Archivs. — Mittheilungen des k. k. Kriegs-Archivs, II. Jahrgang 1877. Der Krieg gegen Frankreich zwang den Kaiser Leopold I. nach und nach einen grossen Theil seiner Streitkräfte, 30.000 Mann, aus Ungarn an den Rhein zu senden. Um den Kampf gegen die Pforte aber doch ohne Stockung fortführen zu können, sollten daher in Ungarn einige neue Regimenter zur Errichtung gelangen. Obwohl sich die Lage des Kaisers in Folge des Krieges gegen Frankreich um vieles ungünstiger gestaltet hatte, blieben dennoch die von der Pforte neuerlich gestellten Friedensanträge ohne Resultat, da Polen und Venedig mit Forderungen hervortraten, welche die Türkei als unerfüllbar bezeichnete. Während des Winters 1688/89 war von einer allgemeinen Waffenruhe wieder nicht die Rede, da fast alle Plätze, welche die Türken im Innern Ungarns noch besetzt hielten, mehr oder minder

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