Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 3. (Neue Folge, 1889)

Kriegs-Chronik Oesterreich-Ungarns. Militärischer Führer auf den Kriegs-Schauplätzen der Monarchie). III. Theil (Fortsetzung): Der südöstliche Kriegsschauplatz in den Ländern der ungarischen Krone, in Dalmatien und Bosnien

Feldzug 1687. 107 Verschanzungen eindrangen, erstieg die Infanterie unter den Gene­ralen Steinau und Wallis die Brustwehr in der Front und hieb die Janitscharen neben den Geschützen nieder. Der Grosswesir floh aus dem Gemetzel nach Barahyavár lind von dort weiter nach Esseg und liess sein ganzes Lager im Besitze der Sieger 8000 Türken waren getödtet, 2000 gefangen, 78 Geschütze und grosse Vorräthe von Proviant und Munition von den Kaiserlichen und Bayern erobert. Nach der siegreichen Schlacht am Berge Harsány (fälschlich manchmal die zweite Schlacht von Mohács genannt) am 12. August 1687 gab Lothringen die untergeordneten Ziele Siklós und Fünfkirchen auf und beabsichtigte ein stärkeres Corps unter dem General Dünnewald zur Eroberung von Slavonien abzusenden, die Hauptarmee aber nach Siebenbürgen zu führen, um sich in diesem Lande der Winterquartiere zu versichern. Am 15. August trat die kaiserliche Armee den Marsch gegen die Donaubrücke bei Mohács an und am 16. trennte sich bei Kis- Tótfalu von ihr das Corps Dünnewald (10.000 Mann). Dieser General hatte den Befehl erhalten, nach Turanovac zu marschiren, sich dort mit dem Banns zu vereinigen und Slavonien zu unterwerfen. Um die Operationen Dünnewalds zu begünstigen, marschirte die Hauptarmee, nachdem sie den Donau-Uebergang bewerkstelligt hatte, stromabwärts über Apatin gegen Peterwardein. Man liess das Gerücht ausstreuen, es werde die Belagerung von Temesvár beab­sichtigt. Da aher Regengüsse und das Anschwellen der Gewässer ('ine Fortsetzung der Operationen an der unteren Donau ver­hinderten, kehrte die Armee am 31. August um, marschirte über Zombor an die Theiss und längs dieses Flusses nordwärts gegen Szolnok, von wo der Herzog den GFWM. Grafen Saurau mit einigen Regimentern zur Verstärkung des Blockade-Corps vor Erlau entsendete. Von Szolnok trat Lothringen den Marsch nach Sieben­bürgen an; er besetzte, ungeachtet des anfänglichen Protestes des Fürsten Apafi am 13. October Somlyó, am 18. Klausenburg und am 20. Szamos-Ujvár. Bald wurden auch die übrigen Plätze Sieben­bürgens in Folge einer mit Apafl abgeschlossenen Convention occupirt. FML. Graf Scherffenberg erhielt hierauf das Commando in diesem Lande und den Befehl, die Truppen in die Quartiere zu verlegen. 8*

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