Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 2. (Neue Folge, 1888)

Hauptmann Machalicky: Der Feldzug gegen die neapolitanische Revolution 1821

Der Feldzug gegen die neapolitanische Revolution 1821. 95 Ort vom Feinde frei. Landleute berichteten, dass Antrodocco bereits in österreichischen Händen sich befinde und die in La Posta ge­wesenen neapolitanischen Abtheilungen gegen Monte Reale ab­gezogen seien. Um sie noch im Aterno-Thale zu erreichen und dann Aquila im Rücken zu bedrohen, beschloss Oberst Schneider, zunächst den Marsch nach Monte Reale fortzusetzen und meldete dies dem Armee-Commando, mit welchem er über Antrodocco in Verbindung trat. Bereits zu Mittag langte die Vorhut des Detachements vor Monte Reale an; die vorausgesendeten Patrouillen meldeten, dass bei ihrer Annäherung ein grosser Lärm im Orte hörbar geworden sei, man nahm es als Anzeichen der Anwesenheit neapolitanischer Truppen. Thatsächlich befanden sich zwei Bataillone Legionäre zur Stelle. Um diesen den weiteren Rückzug gegen Aquila zu verlegen, entsendete Oberst Schneider eine kleine Abtheilung Jäger und Husaren zur Demonstration gegen die Stadt und führte sein Gros, nach Ausscheidung der drei Compagnien Alois Liechtenstein-Infanterie als Reserve, persönlich in das Aterno-Thal rechts hinab. Dieser Falle entgingen die Neapolitaner indessen, indem sie schon vor den Jägern und Husaren sich eilig auf das linke Aterno- Ufer zurückzogen, wo sie dann westlich vor Paganica Aufstellung nahmen und von den Jägern verfolgt, ein lebhaftes Feuer eröffneten. Erst nachdem Oberst Schneider auf der Höhe bei Monte Reale die Raketen-Abtheilung gegen die Legionäre wirken Hess, räumten die Neapolitaner das Gefechtsfeld völlig und flohen in grosser Ver­wirrung, mehrere Todte und Verwundete zurücklassend und das Gepäck wegwerfend, ins Gebirge.1) Während dieser Zeit erreichte das Gros des Obersten Schneider die nach Aquila führende Strasse und rückte, von der Reserve gefolgt, gegen Marano vor. Von Weitem schon sah man eine aus etwa 3 Bataillonen und etwas Cavallerie bestehende neapolitanische Colonne aus dem Orte nord­wärts debouchiren. Es gelang ihr näher zu kommen und Oberst Schneider befahl die Reserve zum Angriff, worauf die Neapolitaner ') In Monte Reale blieben vom Feinde mehrere Pferde und Fuhrwerke nebst einem grossen Theile der Bagage zurück. Unter den auf dem Rückzuge weggeworfenen und verlorenen Gegenständen wurde auch die Brieftasche des feindlichen Commandanten vorgefunden, worin die demselben zugekommenen Parlaments- und sonstigen Befehle enthalten waren. (H. K. R. 1821, IV. 27 b.)

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