Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 2. (Neue Folge, 1888)

Hauptmann Machalicky: Der Feldzug gegen die neapolitanische Revolution 1821

Der Feldzug gegen die neapolitanische Revolution 1821. 93 und in der Richtung auf die Osteria bergab zum Angriffe über­gehen konnte. Da die österreichischen Truppen zur Zeit noch Befehl hatten, mit dem Beginne der Feindseligkeiten thunlichst zuzuwarten, so zogen sich sowohl die Patrouillen als die Posten, ohne einen Schuss abzugeben, auf ihren Hauptposten zurück, wo dann Hauptmann Strassoldo mit der halben Compagnie den Angriff abwartete. Die Neapolitaner versuchten unter lebhaftem Feuer den linken Flügel des Hauptpostens zu umgehen und bemächtigten sich hiebei einer nördlich der Osteria gelegenen Anhöhe, so dass die Halbcompagnie etwas zurückzugehen genöthigt war. Oberst Schneider liess nun sofort die Reserve des Haupt­postens durch eine halbe Grenzer-Compagnie verstärken und mit diesen zwei halben Compagnien einen Gegenstoss auf den rechten Flügel des Angreifers ausführen. Die Neapolitaner räumten die gewonnene Höhe nun sofort wieder und die Halbcompagnien hatten kaum ihr Feuer eröffnet, als auch schon die in der Reserve befind­lichen neapolitanischen Milizen schleunig den Rückzug antraten und auch die vorne kämpfenden Abtheilungen mit sich fortrissen. Der Rückzug artete bald in eine wilde Flucht aus, bei der die Soldaten ihre Czakos und Kochkessel abwarfen und sich in das Gebirge verliefen. Oberst Liguori, der mit den Stabs-Officieren und einigen Veteranen die Flüchtlinge vergebens aufzuhalten versuchte, brachte nicht ganz 100 Mann zusammen; ein Theil ging über Leonessa durch und plünderte diesen Ort. Oberst Baron Schneider sendete zur Verfolgung blos starke Patrouillen ab und stellte seine Vorposten wieder auf. Auf öster­reichischer Seite waren im Ganzen nur 1 '/2 Compagnien ins Gefecht gekommen, der Verlust betrug an Verwundeten 5 Mann und 1 Pferd; von den Neapolitanern, die etwa 20 Verwundete mit- nahmen, fand man auf dem Platze 11 Todte. Ausserdem gelangten 20 Gefangene und einige Deserteure in die Hände der Oester- reicher. Unmittelbar nach dem Gefechte traf Hauptmann Müller von Mühlwerth mit der erwarteten Verstärkung in Piedilugo ein. minder gangbaren Hänge um diesen Ort unwahrscheinlich ist und auch mit den über dieses Gefecht vorhandenen österreichischen Relationen und Skizzen gänz­lich im Widerspruche steht.

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