Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 2. (Neue Folge, 1888)
Hauptmann Machalicky: Der Feldzug gegen die neapolitanische Revolution 1821
Der Feldzug gegen die neapolitanische Revolution 1821. 71 zum unmittelbaren Angriffe und dirigirte im Vorgefühle eines sicheren Erfolges 4 andere Bataillone von Leonessa in den Rücken Wallmoden’s. Pepe selbst begab sich mit seinem Stabe am 5. nach Antrodocco, am 6. nach Cittä Ducale und ertheilte hier mündlich die Dispositionen zu dem am nächsten Tage von vier Colonnen umfassend auszuführenden Angriffe auf Rieti. Die Stärke und Aufgaben der einzelnen Colonnen waren folgende: Als rechte Flügel-Colonne hatte Oberst Casella mit 3 Bataillonen, davon 2 Bataillone Linientruppen, noch am Abend des 6. März die Höhen von Cantalice zu gewinnen, um von dort bei Tagesanbruch über Castelfranco und die Höhen von Massiglio gegen die Nordseite von Rieti vorzurücken. Am linken Flügel erreichte M. d. C. Montemajor mit seiner 7 Bataillone starken Brigade, darunter 1 Bataillon Linie, ebenfalls noch am Vorabende des Gefechts die Höhen von Casette am linken Salto-Ufer; sein Angriff sollte sich über die Belvedere- Höhen und S. Antonio del Monte an der Südseite von Rieti vorüber, gegen den Rücken der Division Wallmoden bei Contigliano richten. Die mittlere Gruppe, die stärkste von allen, bestand unter dem Oberbefehle Pepe’s selbst aus 10 Bataillonen, worunter 4 Linien-Bataillone, und war in zwei Colonnen gegliedert. Die schwächere hievon, M. d. C. Russo mit 4 Bataillonen, sollte von Cittä Ducale längs dem rechten Velino-Ufer über Casa Stob gegen den Kapuzinerberg vorrücken, während die stärkere, 6 Bataillone, mit 2 Geschützen und etwas Cavallerie, rechts davon, beiderseits der auf Rieti führenden Strasse anzugreifen hatte. Die beiden Seiten-Colonnen sollten durch ein rasches Vorgehen den Angriff der mittleren Gruppe begünstigen. Eine Reserve zur Verfügung des Corps-Commandos wurde vorerst nicht ausgeschieden, eine Erscheinung, die sich auf Seite der Neapolitaner in diesem Feldzuge wiederholt. Erst später wurde unter diesem Namen eine Abtheilung zurückbehalten und als Geschützbedeckung verwendet. Mit der allgemeinen Vorrückung sollte um 7 Uhr Früh begonnen werden. Die Situation der österreichischen Truppen vor Beginn des Gefechts ist zum grössten Theile aus dem Plane des Treffens (Tafel I) ersichtlich. Am Abende des 6. März standen die Vor-