Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 2. (Neue Folge, 1888)

Hauptmann Machalicky: Der Feldzug gegen die neapolitanische Revolution 1821

Der Feldzug gegen die neapolitanische Revolution 1821. 69 Noch am 4. März unternahm Frimont einen letzten Versuch zur friedlichen Durchführung seiner Aufgabe, indem er durch einen Parlamentär dem Rieti gegenüberstehenden neapolitanischen General Russo die beglaubigte Abschrift des königlichen Befehls zuschickte und denselben zum Anschlüsse an seine Armee auffordern liess.') Der Schritt war resultatlos und bewog den G. d. C. Baron Frimont, die so lange aufgeschobene Angriffsbewegung für den 9. März anzuordnen. Die Disposition* 2) gründete sich auf den durch alle Nach­richten bestätigten Umstand, dass die Hauptstärke des Gegners auf der südlichen Operationslinie, bei Teano und San Germano versammelt, hingegen die nahe Gruppe des GL. Pepe in dem weiten Raume längs dem Tronto und südlich davon bis Sulmona zerstreut stand. Den Angriff gegen die Abruzzen sollte FML. Mohr mit den Divisionen Wallmoden und Wied-Runkel in der Richtung auf Cittä Ducale gegen Aquila eröffnen, wogegen FML. Stutterheim diese Vorrückung durch einen Vorstoss in des Gegners linke Flanke auf Carsoli und Tagliacozzo zu unterstützen hatte. Als Verbindung zwischen diesen beiden Colonnen sollte Oberstlieutenant Baron Ensch mit 3 Bataillonen von Rieti auf Arsoli rücken; links von der Haupt- colonne wurde Oberst Schneider mit einem Detachement aller Waffen von Piedilugo über Leonessa und Montereale in den Rücken des Gegners auf Aquila dirigirt. Um keine Zeit mehr zu verlieren, beabsichtigte Frimont sogleich nach dem in den Abruzzen erfolgten Schlage die Gesammt- macht gegen die feindliche Stärke am Garigliano zu verwenden. Dabei sollte die Colonne Mohr in ihrer weiteren Vorrückung über Topoli-Sulmona-Isernia gegen die rechte Flanke und die übrigen drei Divisionen unter Frimont’s eigenem Befehle über Valmontone- Ceprano gegen die Front des GL. Carrascosa operiren.3) Dieser Idee entsprechend ordnete das Armee-Commando die nöthigen Veränderungen in der Ordre de bataille an und setzte bereits vom 4. März angefangen die gegen Süden bestimmten Truppen der Divisionen Hessen-Homburg und Lederer sowie die 1) K. A. 1821, II. 103, pag. 161 u. s. f. 2) K. A. 1821, IH. 79 bis 86. 3) Frimont an Mohr, 6. März. (K. A. 1821, III. 83.)

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