Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 2. (Neue Folge, 1888)

Hauptmann Machalicky: Der Feldzug gegen die neapolitanische Revolution 1821

64 M a e h a 1 i c k y. Truppen, besonders die Division Wallmoden, welche in den letzten Tagen beschwerliche Märsche in tiefem Schnee zurückzulegen hatte, bedurften nach den Anstrengungen der letzten Wochen einige Tage Erholung. Zudem musste der Armee-Conmiandant, da eine friedliche Occupation des Landes nicht unversucht bleiben durfte, noch das ihm in Aussicht gestellte Manifest des Königs Ferdinand an das Volk von Neapel abwarten, bevor er den Ueber- tritt der Grenze anordnen konnte. Dieses Manifest war die haupt­sächlichste Ursache, wesshalb eine längere unfreiwillige Unthätigkeit der Armee, die nach dem raschen Vorgehen bis an die Grenze einigermassen unerwartet erschien, eintrat. Zur Sicherung des Gros der Armee während des Operations­stillstandes wurde die Brigade Villata noch am 21. Februar bis Trevi vorgeschoben; die Division Stutterheim verblieb einstweilen in ihrer Aufstellung. Die Sicherungszone zog sich von der Tiber bei Orte und Borghetto über Térni und Spoleto bis Serravalle. Um jede Truppenbewegung hinter dieser Linie geheim zu halten, hatten die Vorposten den strengen Befehl, vom 21. Februar angefangen Niemanden ohne Erlaubnis» des Armee Commandos nach Aussen passiren zu lassen. Zur Ergänzung des Sicherungsdienstes und Einziehen von Nachrichten über den Feind wurden zwei Streif-Commanden ab­gefertigt. Das erste hievon, aus einer Division des Jäger-Bataillons Nr. 7 und 50 Mann des Husaren-Regiments Frimont Nr. 9 bestehend, ging, vom Hauptmann Müller von Müldwerth des Generalstabes befehligt, am 23. Februar von Perugia nach Todi ab und erreichte am nächsten Tage S. Gemini. Die Aufgabe Müller’s war das Aufsuchen der Verbindung mit der Division Stutterheim und eine Recognoscirung gegen das Deíilé delle Marmore; des Ortes Térni, welcher laut eingelaufenen Nachrichten von einem aus ('ivitä Ducale über Rieti gekommenen neapolitanischen Requisitions- Commando besetzt war, sollte sich das Detachement, wo möglich durch einen nächtlichen Ueberfall, bemächtigen. Hauptmann Müller stellte noch am 24. Februar die anbefohlene Verbindung über NarnI her, fand Térni vom Feinde geräumt und constatirte, dass derselbe auch die für ihn so wichtige Aufstellung bei den Nera-Wasser­fällen seit 22. Abends verlassen und sich nach Rieti zurückgezogen

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