Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 2. (Neue Folge, 1888)

Hauptmann Machalicky: Der Feldzug gegen die neapolitanische Revolution 1821

herabgegangene Bergstürze an zwei Stellen für lange Zeit unpracti- cabel geworden. Auch die Vorbut-Division Wallmoden, bisher um Padua gruppirt, wurde zwischen dem 22. und 27. Januar am linken Etsch- Ufer von Cerea bis Rovigo echellonirt, um der Division Stutter- heim bald folgen zu können. Nachdem vorher noch, am 23. Januar, die Ernennung des G. d. 0. Freiherrn von Frimont zum »commandirenden General der gegen Neapel bestimmten kaiserlichen Truppen« erfolgt war, traf am 30. Januar der kaiserliche Befehl1) zur Eröffnung des Vor­marsches im Hauptquartier zu Padua ein, zugleich aber auch die Weisung, den Po erst dann zu überschreiten, wenn die mit der Laibacher Declaration nach Neapel abgesendeten Couriere Mantua passirt haben würden. Durch ein nachfolgendes Handbillet wurde der 6. Februar als der allgemeine Aufbruchstag bestimmt. Auf den ersten Befehl hin setzten sich die Truppen in Marschbereitschaft, die Division Wallmoden wurde überdies noch näher an die Uebergangsstelle Cerea-Sanguinetto in enge Canton- nirung verlegt. Zugleich trat eine, durch die in Aussicht genommene Deta- chirung der Division Wallmoden nöthig gewordene zeitweilige Ab­änderung der Ordre de bataille in Kraft, wonach dieser Division die an Infanterie stärkere Brigade Uermenyi zugetheilt, dafür aber die meist aus leichten Truppen2) und Cavallerie bestehende Brigade Villata an die Division Prinz Wied abgegeben wurde, weil letztere von Bologna angefangen die Tete der Armee zu bilden hatte. Am 2. Februar ergingen die Marschbefehle an alle Divi­sionen und es wurden schon am 4. und 5. Februar jene letzten kleinen Concentrirungsmärsche nördlich des Po durchgeführt, welche einen ununterbrochenen Uebergang bei S. Benedetto vom 6. angefangen ermöglichen sollten. Diese Massnahme war um so noth wendiger, als die Wege am unteren Po, selbst die bedeutenderen Strassen, in Folge eines andauern­’) A. H. Handschreiben vom 28. Januar, H. K. R. 1821, II. ad 8.-) Die Jäger- und Grenz-Bataillone zählten zu den leichten Truppen und wurden, nebst Cavallerie, fast ausschliesslich für den Sicherungsdienst verwendet. Die Designirung von Vorhuten galt zumeist noch für die ganze Dauer des Feld­zuges oder einen natürlichen längeren Abschnitt desselben.

Next

/
Oldalképek
Tartalom