Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs 1. (Neue Folge, 1887)

Hauptmann R. Gerba: Zur Geschichte der Ereignisse in Bosnien und Montenegro 1853

Bosnien und Montenegro 1853. 121 nach Travnik und über Zenica, Kakanj nach Sarajevo. Diese Linie ist beiläufig 45 deutsche Meilen (68 Reitstunden) lang, streckenweise für Militär-Fuhrwerke praktikabel, aber überall, wo sie Gewässer und Gebirgszüge passirt, nur für einzelne Pferde und Saumthiere gangbar. 2. Von Alt-Gradiska über Bukovica direct nach Banjaluka, wo sie in die vorige Linie einfällt; diese Operationslinie von Alt- Gradiska bis Sarajevo beträgt beiläufig 41 deutsche Meilen. Die Beschaffenheit ist der vorigen gleich. 3. Von Brod über Dervent, Tesanj, Maglaj, im Bosna-Tbale aufwärts bis Zenica, wo sie in die Linie 1 einfällt. Von Brod bis Sarajevo werden 29 deutsche Meilen gerechnet. Diese Linie ist von derselben Beschaffenheit wie die vorigen. 4. Von Raca über Janja im Drina-Thale aufwärts nach Zvornik, dann über Nova Kasaba und Mokro auf Sarajevo. Diese Linie beträgt nur 20—22 deutsche Meilen und ist wenigstens bis Zvornik besserer Beschaffenheit als die vorigen. Bei dem Vergleiche dieser Linien drängt sich sogleich die Frage auf, warum die zur Operation bestimmte Armee in Croatien und nicht in Slavonien concentrirt wurde; denn nachdem Sara­jevo jedenfalls das Operations-Object ist, so kann dasselbe von Brod und besonders von Raca aus in der halben Zeit erreicht werden, als von Novi aus. Bei den von Brod und von Raca aus­gehenden Operations-Linien hat man ferner den grossen Vortheil, dass sich längs beiden zugleich schiffbare Wasserstrassen befinden, was für den so schwierigen Nachschub der Heeres-Bedürfnisse von dem grössten Werth ist. Zudem müssen diese Communicationen, weil sie grösstentheils in Thälern fortziehen, viel leichter fahrbar herzustellen sein, als die 45 deutsche Meilen lange Linie über Banjaluka und Travnik. Auch durchziehen sie ein an Naturpro- ducten reicheres Gebiet. Bei der vierten Linie von Raéa aus hat man ferner den grossen Vortheil, in der linken Flanke durch das aller Wahrschein­lichkeit nach mit uns alliirte oder wenigstens freundlich gesinnte Gebiet Serbiens gedeckt zu sein und mit dem serbischen General Knizanin, welcher einen Zuzug von 10.000 Mann unter seiner eigenen Führung zugesagt hat, sogleich in Verbindung zu treten.

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