Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1886)

Kriegs-Chronik Österreich-Ungarns. II. Theil. Der südwestliche Kriegsschauplatz im Donauthale und den österreichischen Alpenländern. (Mit eigener Paginirung)

Feldzug 1645. 21 4) Vergl. Kriegs-Chronik I. Theil, Seite 37. 2) Vergl. Kriegs-Chronik I. Theil, Seite 37. Efferding. Gmunden. Vöckla­bruck. Wolfsegg. Retz. Pappenheim überlistete die Bauern, indem er sie an einen Transport seines Corps auf der Donau glauben machte, thatsächlich aber über Schärding und Grieskirchen marschirte und am 4. November bei Linz die Vereinigung mit den Kaiserlichen bewirkte. Nun wandte er sich zuerst nach Efferding und schlug daselbst die Aufständischen am 9. November auf’s Haupt. Am 14. brachte er ihnen bei Gmunden, das bereits hart bedrängt war, eine Niederlage bei und tödtete 4000 Bauern; endlich siegte er noch am 19. bei Vöcklabruck und am 30. November bei Wolfsegg, in welchem letzteren Treffen die geheimnissvolle Persönlichkeit des damaligen Bauernführers, gewöhn­lich der „Student“ genannt, den Tod fand. Hierdurch war der Aufstand niedergeworfen; die letzten Empörer ergaben sich bei Peuerbach dem Obersten Löbel und lieferten ihre Anführer aus. Achtzehn Haupträdelsführer, unter ihnen auch Achaz Wiellinger, wurden hingerichtet. Ober-Österreich kehrte zur katholischen Religion und im Jahre 1628 auch wieder in die österreichische Verwaltung zurück, nachdem der Churfürst von Bayern mit seinen Geldforderungen anderweitig befrie­digt worden war. Feldzug 1645. Der entscheidende Sieg Torstenson’s bei Jankau *) am 6. März 1645 öffnete den Schweden den Weg nach Wien. Kaiser Ferdinand IH. (seit 15. Februar 1637) eilte von Prag über Regensburg nach der auf das Ausserste bedrohten Hauptstadt, in welcher seine entschlossene Gemahlin bereits Anstalten zum Wider­stande getroffen hatte. Erzherzog Leopold Wilhelm übernahm das Obercommando der kaiserlichen Streitkräfte, sammelte die Trümmer der bei Jankau geschlagenen Armee, zog Truppen aus Mähren an sich (Aufhebung der Blokade von Olmütz, 9. März *), liess die Donau zwischen Linz und Wien scharf bewachen und alle auf dem Strome befindlichen Schiffe an das rechte Ufer bringen. Die Befesti­gungen von Wien wurden möglichst ausgebessert und verstärkt, jeder fünfte Mann zu den Waffen gerufen und der siebenbürgische Fürst Georg Rákóczy, der schon 1643 mit den Schweden und Franzosen in ein Bündniss getreten war, durch Verhandlungen über einen Waffen­stillstand hingehalten. Torstenson nahm die Strasse über Deutschbrod, Iglau und Znaim. Seine Avantgarde überfiel am 15. März bei Retz 450 kaiserliche Reiter und nahm 20 Officiere und 113 Mann gefangen. Am 24. März Abends traf Torstenson vor Stein und Krems ein. Schon zwei Tage

Next

/
Oldalképek
Tartalom