Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1886)
Die Eroberung von Ofen und der Feldzug gegen die Türken in Ungarn im Jahre 1686. (Mit eigener Paginirung)
Die Operationen in Croatien und Süd-Ungarn 103 gegen die Eipel weiter, während der Herzog nach Wien vorauseilte. Diese 7 Cavallerie-Regimenter gelangten am 24. October nach Gran, wo sie bis zum Abrücken in die ihnen zugewiesenen Winterquartiere verblieben'). — Die Cantonnirungs-Bezirke waren, wenn von der Sicherung der neugewonnenen festen Plätze durch angemessene Garnisonen abgesehen wird, von denen des letzten Winters räumlich wenig verschieden. Damals wie jetzt behielt sich der Herzog von Lothringen bei der Wahl der Quartiere die volle Freiheit vor, entweder an der Donau allein, oder an dieser und der Theiss die Truppen concentriren zu können. Die Operationen in Croatien und Süd-Ungarn. Während des Winters 1685/86 unterhielten die Grenz-Truppen einen lebhaften Parteigängerkrieg, der an Heftigkeit erst nachliess, als der FML. Graf Herberstein, die Seele aller Unternehmungen dieser Art, sich nach Malta begeben hatte, um in die Kriegsdienste des Malteser-Ritterordens, dem er selbst angehörte, zu treten. Graf Mathias Strassoldo, der in den letzten Jahren vielfache Gelegenheit gefunden, sich als geschickter Führer im kleinen Kriege zu bewähren, übernahm nun das Commando in Carlstadt. Er liess, ebenso wie sein Vorgänger Herberstein, mehrere Streifzüge auf türkisches Gebiet unternehmen, welche meist der kühne und landeskundige Obrist Baron Orsié befehligte. Dieser überfiel am 7. März 1686 die bosnische Ortschaft Todorovo, tödtete deren Commandanten Mehetned Aga, plünderte und zerstörte die Wohnsitze, und kehrte mit 16 Gefangenen und beträchtlicher Beute heim. Am 18. März erschien Orsié vor Klein-Kladus, hieb die feindliche, aus 40 Mann bestehende Besatzung nieder und wandte sich dann gegen Gross- Kladus, dessen Palanka er in Asche legte. Die Türken geriethen hierüber in solchen Schrecken, dass sie, wenige Tage nach dem Abzüge des kaiserlichen Obristen, Gross-Kladus freiwillig räumten. — Zwei Monate später unternahm Havrilovié, der Vice-Capitän von Ogulin, mit 500 Mann einen beutereichen Zug gegen den türkischen Flecken Perkovac. Es gelang ihm den Ort zu überfallen (21. Mai) und zu verbrennen, mehrere Feinde zu tödten und eine Menge Schlachtvieh mit sich fortzutreiben. Um dieselbe Zeit verbrannte der Obristlieutenant Macari das Städtchen Kutjeva, tödtete hiebei 300 Türken und kehrte mit 60 Gefangenen nach Kopreinitz zurück.— Nicht minder glücklich verliefen zwei Beutezüge, welche Radanay, der Capitän von Zalavár, mit Batthyányi’schen Huszárén (in den Monaten März und Juni) auf dem linken Drau-Ufer in türkisches Gebiet unternahm. 4) Vergl. Beilage III.