Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1886)
Die Eroberung von Ofen und der Feldzug gegen die Türken in Ungarn im Jahre 1686. (Mit eigener Paginirung)
100 Die Eroberung yon Ofen und der Feldzug gegen die Türken in Ungarn im Jahre 1686. Fourage vorfand, rastete hier die Armee bis zum 13. und der Generalissimus liess sogar nach dem gegenüberliegenden Stromufer eine Schiffbrücke schlagen, welche Arbeit von den kleinen feindlichen Abtheilungen, die am linken Donau-Ufer streiften, nicht im Geringsten gehindert wurde. Die entsendeten Ungarn kamen mit der Meldung zurück, dass der Grossvezir in der Eile seines Rückzuges vergessen habe, die über den Fluss Sárviz führenden Brücken abzubrechen. Am 13. September setzte die Armee ihren Marsch bis Duna- Földvár fort, bei welchem, ebenfalls zerstörten Orte, vom GFWM. Heissler das Lager eingerichtet worden. — Die Vorrückung erfolgte noch immer in der anfänglichen Ordnung, jedoch mit dem Unterschiede, dass die Avantgarde von dem zweiten Treffen beigestellt wurde. — Überläufer berichteten, dass der Grossvezier mit einem starken Detachement nach Eszék vorausgeeilt sei und den Befehl gegeben habe, Szekszárd, Ujpalánka und Baja niederzubrennen. — Am folgenden Tage gelangte die verbündete Armee nach Bölcske, wo am 15. September gerastet wurde. Der Marsch wurde am 16. nach Paks und am 17. nach Duna- Szent-György fortgesetzt, wo, da sich hier wieder Fourage vorfand, die Armee bis zum 19. September verblieb. Am 20. wurde Tolna erreicht, von wo aus der Herzog eine lange Strecke des Unterlaufes des Sárviz-Flusses recognoscirte und 150 Dragoner zur Besetzung von Ujpalánka detachirte. Der 21. September war wieder Rasttag und wurde hauptsächlich dazu verwendet, eine Schiffbrücke über die Donau zu schlagen. — Obristlieutenant Graf Corbelli traf mit vielen Proviantwagen, die in Ofen mit Mehl, Brod und Zwieback beladen worden waren, bei der Armee ein und überbrachte zugleich die Nachrieht, dass die Türken Hatvan angezündet und preisgegeben hätten. — Am 22. campirte die Armee bei Ujpalánka (Puszta Palánka) am Flusse Sárviz, von wo aus am 23. September der Markgraf Ludwig von Baden mit einem neugebildeten Armee-Corps gegen die Drau ab- marschirte *). Er sollte sich mit den an diesem Flusse operirenden *) Dieses Armee-Corps bestand aus den Cavallerie-Regimentern: Fürstenberg, Pace, Piccolomini, Saurau, Savoyen, Styrum; den Infanterie-Regimentern: Aspremont, Guido Starhemberg (früher Spinola), Pfalz-N euburg, Scherffenberg, Baden, Thüngen und den Huszárén Batthyányit und Eszterhazy’s. — K. k. Kriegs-Archiv.