Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1886)

Die Eroberung von Ofen und der Feldzug gegen die Türken in Ungarn im Jahre 1686. (Mit eigener Paginirung)

Weitere Operationen der Hauptarmee bis zu deren Auflösung. 97 Schaft, dass er einer dieser Vordersten, sei es an der Bresche, sei es im Innern der Stadt, gewesen sein wird, und sein schon wenige Wochen nach der Einnahme von Ofen erfolgender Tod lässt sogar vermuthen, dass die am 2. September bewiesene Bravour ihm die tödtliche Wunde zugezogen habe. Bereits am 30. September 1686 wurde das Bestallungs-Patent ausgefertigt, welches das, durch „Ab­leben“ des David Petneházy erledigte Regiment National-Truppen an den Grafen Ladislaus Csáky übertrug ’). Weitere Operationen der Hauptarmee bis zu deren AuflösungJ). Die Einnahme von Ofen wurde am 3. September mit einem festlichen Te Deum im Hauptquartiere des Churfürsten von Bayern gefeiert. — Feldmarschall-Lieutenant Graf Souches und der neu com- mandirte GFWM. Thüngen regelten den Dienst im Innern der Stadt und Hessen die zahlreichen Wachen durch frische Truppen ablösen. Am folgenden Tage Hess der Herzog von Lothringen das Beute­suchen der Soldaten gänzlich einstellen und 500 gefangene Türken in die Stadt führen, in welcher sie die Todten beerdigen und die noch immer an vielen Stellen emporzüngelnden Flammen löschen mussten. Sodann wurde (am 5. September) der GFWM. Baron van der Beck zum provisorischen Commandanten der Festung Ofen und als Garnison in derselben die Regimenter Beck, Diependael und Salm, 2 Bataillone Brandenburger, 500 Bayern, 500 Schwaben und 2000 Ungarn unter dem Vice-General Grafen Koháry bestimmt. Die in den Approchen und in der Contravallations-Linie befindlichen Palis- saden Hess der Generalissimus ausheben, einsammeln und zur noth- dürftigen Sperrung der weiten Wallbrüche verwenden. — General-Feld- wachtmeister Graf Lodron ging mit der neu commandirten Wache (Lagerbereitschaft) nach Erd voraus, um dort für die nachrückende Hauptarmee das Lager abzustecken. Der schon im Frühjahre 1686 in das Auge gefasste Vormarsch gegen Eszék wurde endlich am 6. September angetreten, obwohl die meisten verbündeten Truppen bereits die Entlassung nach ihrer Heimat forderten. Lothringen hoffte, den Grossvezir einzuholen und zu einer Schlacht zu nöthigen, von deren Resultat der Besitz der unteren Donau- und Di’au-Linie und die Verlegung der künftigen Operations- Basis nach dem südlichen Ungarn dependiren musste. — Während der Vorrückung bildeten die Huszárén die Avantgarde; die Bayern und das Gros der Artillerie marschirten längs der Donau, die Kaiserlichen und der Rest der Verbündeten über die Höhen, auf welchen vor *) K. k. Kriegs-Archiv. 2) Tagebuch des Herzogs von Lothringen und Journaux des campagnes. Die Eroberung von Ofen. 7

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