Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1886)

Die Eroberung von Ofen und der Feldzug gegen die Türken in Ungarn im Jahre 1686. (Mit eigener Paginirung)

Die Eroberung der unteren Stadt am 24. Juni 1686. 45 ') -Den “D- J'm/ se;nd die Brandeburger von der Pest Seiten über die 5. July Schiff Brucken gangen, und gegen der Wasserstadt am Berge sicher angelanget.“ — Diarium, Wass seider den 6. April u. s. w. — Königlich sächsisches Hauptstaats-Archiv. Vergl. Röder I, Seite. 188. 5. Juli. hätte. Dennoch erliess der Herzog an den FML. Scherffenberg die Weisung, sich mit seinem Corps der Theiss zu nähern, um mit dem­selben für alle Fälle zur Verfügung zu stehen. An den Grafen Caprara erging der Befehl, die Gegend zwischen Donau und Sárvíz durch ein Detachement Cavallerie und National-Truppen unter dem FML. Pálffy sorgfältig bewachen zu lassen. Die Mineurs arbeiteten die ganze Nacht hindurch und befanden sich am Morgen des 5. Juli bereits in einer Tiefe von 20 Fuss. Nicht weniger thätig zeigten sich die Türken in der Verbauung der Bresche, weshalb die kaiserliche Mörser-Batterie unaufhörlich Steinladungen in die Stadt und gegen den Wallbruch warf. Zur Recognoscirung gingen vier Musketiere gegen die immer mehr sich erweiternde Bresche vor und alarmirten dadurch die feindliche Besatzung, welche mit grossem Geschrei von allen Seiten herbeilief, aber durch die Geschütze und das mörderische Kleingewehrfeuer aus den Tranchéen, sowie durch die aus 14 bereit gehaltenen Mörsern geworfenen Bomben viele Leute verlor und bald zum Umkehren gezwungen wurde. Gegen 9 Uhr Abends setzte das Feuer der Belagerer den nordwestlichen Theil der oberen Stadt an vier Stellen in Flammen, welche von den Türken erst in der Morgendämmerung bewältigt werden konnten. Die Kaiserlichen verloren innerhalb der letzten 24 Stunden fünf Mann, während die Brandenburger, die sich bei ihren Arbeiten übermässig exponirten, allein an Todten 30 Mann eingebüsst hatten. Unter diesen befand sich ein Sohn des Feldmarschalls Derfflinger, der sich als Volontär dem Corps angeschlossen hatte, und ein Ingenieur. Mit Ein­bruch der Dunkelheit begannen die Brandenburger an einer, nur mehr 30 Schritte von der Mauer entfernten Batterie zu bauen, wobei sie abermals namhafte Verluste erlitten, indem der Lieutenant Köckeritz und 20 Soldaten erschossen wurden. Im Laufe des Tages war der Rest des brandenburgischen Corps aus dem Biwak bei Pest aufge­brochen, um auf dem Abhange des Calvarien- und Josephiberges ein neues Lager zu beziehen '). — In der Nacht vom 4. auf den 5. Juli fuhren die Schiffe, welche für die zweite, unterhalb des bayerischen Lagers zu errichtende Schiffbrücke bestimmt waren, an der Festung vorüber. Die Türken unterhielten auf sie ein so lebhaftes Geschtitz- und Musketenfeuer, dass die Belagerungsarbeiten auf der Südseite nur wenig gestört wurden, und die Bayern vom Donau-Ufer aus mit zwei Approchen gegen das Schloss Vorgehen konnten. Das Dragoner-Regi­ment Savoyen rückte, nachdem es 180 Commandirte im churfürstlichen

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