Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1886)

Die Eroberung von Ofen und der Feldzug gegen die Türken in Ungarn im Jahre 1686. (Mit eigener Paginirung)

Die Belagerung von Ofen vom 18. Juni bis 2. September 168(3. 37 folgt. Feldmarschall Starhemberg erhielt nun den Befehl, bei den Bädern (Kaiserbad) mit der Infanterie Stellung zu nehmen und die Vorkehrungen zu einem Angriffe auf die Nordfront der Wasserstadt sofort zu beginnen. Wo es nur anging, sollten die von der letzten Belagerung noch vorhandenen Retranchements, welche die Türken in unbegreiflicher Gleichgültigkeit unzerstört gelassen hatten, in Benützung gezogen werden ‘). — Von den brandenburgisclien Auxiliar-Truppen wurde die Meldung gesendet, dass dieselben in Neutra angelangt seien und daher, ebenso wie die im Anmarsche begriffenen schwäbischen Regimentei’, in 10 bis 12 Tagen im Lager vor Ofen eintreffen könnten. *— Ein Pole, dem gelungen war, aus der türkischen Gefangenschaft zu entfliehen, bestätigte durch seine Aussagen die bisher über den Zustand der Festung Ofen und ihre Besatzung erhaltenen Nachrichten. Am 21. Juni passirte der Churfürst mit seinen Truppen auf der 2 bereits hergestellten Schiffbrücke die Donau, zog die bei Lothringen befindlichen sächsischen Truppen an sich und marschirte in einem ziemlich weiten Bogen um die Stadt bis an den Südabhang des St. Gerhards- (Blocks-) Berges, wo er sein Lager aufschlagen liess. 400 Commandirte besetzten theils das halbzerstörte Blockhaus auf dem Gipfel dieses Berges, theils das Donau-Ufer und die übrigen Zugänge der südlichen Vorstadt (heute Raizenstadt), so dass die Festung voll­ständig eingeschlossen und ihr auf der Landseite jede Communication benommen war. Die zum Fouragiren ausgesendeten Abtheilungen kehrten mit der Meldung zurück, dass sie auf ein feindliches Detachement aus Stuhlweissenburg gestossen seien und das Fouragiren nur mehr unter dem Schutze eines starken Reitercorps möglich wäre. Da an Grttn- futter empfindlicher Mangel herrschte und die viele Cavallerie vor Ofen ohnehin nur wenig Verwendung finden konnte, entschloss sich der Generalissimus, die gesammte Reiterei, mit Ausnahme von 2000 Com- mandirten, unter dem FML. Pálffy gegen Stuhlweissenburg und den Sárvizfluss zu entsenden, „wo er Fourage finden wird, solle sich all- dort aufhalten und die Cavallerie Refraischiren, Er wird sich fleissig erkundigen von alle feindliche Anmarche, und mir berichten zu diesser End vermöge der Husaren und pauren alle Fleiss anwenden vor alles aber wol in Obacht nemen das der Feind zwischen Im und Uns nicht durchköme2)“. Der Churfürst folgte dem Beispiele Lothringen’s und behielt nur 2500 Pferde bei sich. — Am Abende begannen die Kaiserlichen in der unmittelbaren Nähe des „Leidenhügels“ (heute Landstrasse) zwei Parallelen auszuheben, zwischen welchen eine Batterie ') — the Imperiallists began their approaches at abaut 500 Yards distance from the Wall of Lower Buda (Unterstadt) mackeing use of their old trenches. — Richards, Journal etc. 2) Tagebuch des Herzogs von Lothringen. — K. k. Kriegs-Archiv. . .Inni.

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