Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1885)

Der Feldzug gegen die Türken im Jahre 1685

224 Der Feldzug gegen die Türken im Jalire 1685. Tag über dergestalten continuiren, auch mit einigen Bomben states darunter spiellen lassen, dass auss der Vestung auf dem Poligon der zwey attaquirten Bollwerke sich niemand blicken, oder Einig Stuck­schuss heraus Thuen können, und also die freye Hand den Unserigen gelassen haben Ihre arbeit auch bey Tage fortzusetzen. Bey allem deme doch nicht zu verhindern gewesen, dass nicht der Feinde Von den Ronden Weeg dess Bastions nachmittag, abermahl mit Granaten, Pechkrantz, und anderen Feuer die Galleria auf der rechten Hand stark incommodiret, auch Würkhlichen angeziendt hat, Welches aber a faveur obgedachten Feuerss geschwind repariret und widder in vorigen stand gesetzet worden“ ‘). Das ununterbrochene Feuer war von so vortrefflicher Wirkung, dass nach drei Tagen Breschen sich gebildet hatten, in welche „ganze Squadronen hineinreiten konnten“. Caprara, der die erfreuliche Nachricht von dem glänzenden Siege Lothringens bei Gran bereits erhalten hatte, beschloss ohne weiteres Zögern den Sturm zu unternehmen, „da es nun an deme ist, das man Zue der Extremität nothwendig greiffen mues, auch durch das biesshörige angewandte Schiessen und Feuerwerk bereits so viel Munition und Bomben consumiret worden, dass wo man nicht diese zwey übriege tag mit eyserister gewalt durch ein Sturm in die statt hinein zu tringen suchet; nicht allein der bisshero ge­brauchte eyffer rallentiret, sondern auch, indeme man die Attaque von der Artiglerie wegen mangel der munition und Verderbung der stückhe nicht secundiren könte, dem Feinde, sich wieder zu recolligiren und zu verbauen Zeit gegeben wurde“2).— In einem Kriegsrathe wurde der Sturm für den 18. August anberaumt. Dieser sollte rechts von dem General Scherffenberg, links vom General Rommel (Bayer) befehligt werden , während das Commando der Reserve dem Lüneburg’schen General Dumont übertragen wurde. Zur Ausführung des Sturmes wurden 3000 Mann commandirt, und zwar 1470 Mann (810 Kaiser­liche, 360 Lüneburger, 300 Schwaben) für den Angriff zur Rechten und 1530 Mann (270 Kaiserliche, 540 Bayern, 420 Cölner, 300 Franken) für den zur Linken. Die Truppen waren schon ralliirt und zum Sturm bereit, als ein niedergehender, heftiger Platzregen diesen wieder verhinderte. Caprara berichtete hierüber: „Kan Ewer Kayh Mayt. in allerunterthänigkeit nicht verhalten wie das, nachdeme Ich gestern die Mannschaft auff den Allarme Plätzen Versamblet, und sonsten alle Zugehörige anstalten Zu den Projectirten sturm würkhlichen angeordnet, auch unter dem continuirlichen Feuer der Canon und Bomben die Gallerien linkher Handt aufschlagen, ') Bericht vom 15. August 1685. — Grossherzogliches Archiv in Karlsruhe und k. k. Kriegs-Archiv. 2) Bericht vom 17. August 1685. — Grossherzogliches Archiv in Karlsruhe und k. k. Kriegs-Archiv.

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