Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1885)

Der Feldzug gegen die Türken im Jahre 1685

222 Der Feldzug gegen die Türken im Jahre 1685. hatt man an der angefangenen grossen Batterie gearbeitet. So aber wegen ihrer grosse vil mühe brauchet, Und Indeme die approchen abzulösen, Ingleichen die bey der Linea benöthigte, und obgedachte schantz arbeit Täglich 5000 Mann erfordern, Kann ich nicht so geschwind, alss wohl verlangen thäte, darmit fortkomben. Die Galleria auf der rechten Handt lasse ich, so vili nur sein kann, Erweitern, auf dass Vermittels derselben man ein Logement in dem Graben machen, und sodann mit grösserer Fronte, auch besserer Sicherheit den Mineur ansetzen und zum sturm gelangen könne. Diese ist sehr nahend an der Breccia, dannenhero der Feinde sie gestern mit Granaten, Pech- krantz und andern Feuerwerken zu ruiniren bemühet, so aber wegen Unserseits gehaltenen gutter Obsicht und Tapferer gegenwehr ihme nicht angegangen. Die Galleria auf der linken Handt lasse gleich­falls proseguiren, ist aber noch so weit nicht avanciret. Indeme aldorten der Graben vili breiter, derohalben auch vom Feinde nicht so hart incommodiret ist“ '). Die Belagerungsarbeiten nahmen einen so raschen Fortgang, dass der Feldmarschall drei Tage später melden konnte: „Was gestalten die Neulich angefangene auf 25 Stück angelegte grosse Battéria nun- mehro in so Weit verfertigt ist, dass schon Würkhlich zwey und zwayntzig schiessscharten aussgestochen Und heute nacht man bereits zwölf Stück darin wird aufftthren können, So dann lasse die arbeit, so vili nur möglig proseguiren, damit auch die übrige dahin destinirte Stück gleichfalls morgen oder übermorgen an ihren Orth gebracht werden. — Mit der Galleria auf der linken Hand ist man widder 2 Klaffter weit avanciret. Die auf der rechten Hand aber die Zeit hero so vili Erweitert worden, dass man darinnen Ein logement von 30 person aufgerichtet. Und wiewollen der Feinde mit Einwerffung Ettlicher Bomben gestern Einigen schaden darinnen gethan, So ist doch selbiger nicht sonderlich gross, Weill der Tamm meistens in Sandt und Erde bestehet, und dahero leicht zu repariren, auch künfftig von Eingangs gedachter Battéria ihm dieses wohl wird Ein- gestellet werden. So fallet auch dass Wasser Vermittelss des von mihr eröffneten Ablass in dem graben dergestalten ab, dass, nachdeme ich solches zu Sondiren heute nacht durch die Galleria auf der linken Handt, Ein Musquetier über den graben an die Breche geschickht, Er selbtes nicht über Knie Tieff mehr gefunden hatt. In gleichen sind die an der Nitria längst der Vestung an denen Führten von mihr ange­ordnete Schantzen bereits in Defension gebracht, Wobey Ich fleissig invigiliren Und sonsten alles wass zu Ewer Kayl. Mayt. Dienst gereichet, schuldigst beobachten werde. Indessen ist der Stuckh-Haubt­*) Bericht vom 9. August 1685. — Grossherzogliches Archiv in Karlsruhe und k. k. Kriegs-Archiv.

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