Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1885)

Der Feldzug gegen die Türken im Jahre 1685

Der Feldzug gegen die Türken im Jahre 1685. 215 Forgach, der aridere gegen die Bastion Böhmen gerichtet werden sollte. Bei ersterem hätten sich unter dem Commando des Prinzen Croy je 1500 Kaiserliche und Lüneburger, bei letzterem, dessen Leitung dem bayerischen General Sereni übertragen wurde, je 1500 Kaiserliche und Bayern abzulösen. Als die Generale Rabatta, Gondola und Comte de Fontaine mit 36 Belagerungsgeschützen und 18 Mörsern im Lager eingetroffen waren und die Reiterei die erforderlichen Faschinen herbeigeschafft hatte, liess Lothringen am 11. Juli um 12 Uhr Nachts durch 3000 Mann (1200 Kaiserliche, 1200 Lüneburger und 600 Bayern) die Laufgräben eröffnen und einen Waffenplatz anlegen. Obwohl der Feind ein heftiges Feuer unterhielt, bezifferte sich der Verlust nur auf 1 Lieutenant (Lüneburger) und 2 Mann. Am folgenden Tage (12.) wurden die Laufgräben erweitert, welche Arbeit der Feind wenig störte. Auch wurde an die Aushebung einer zweiten Parallele, 500 Schritte vom Graben entfernt, geschritten, wobei die Belagerer 10 Mann einbtissten. Zur Sicherung der Flügel der Parallelen liess Lothringen am 13. Juli auf beiden Angriffspunkten mit dem Bau von Redouten beginnen, von welchen die auf der bayerischen Seite angelegte, noch ausserdem bestimmt war, das Graner Thor „im Zaume zu halten“. Beim Ein­gänge in die Laufgräben errichteten die Belagerer eine für 5 Halb- Kartaunen bestimmte grössere Redoute. — - Verluste erscheinen nirgends angegeben. Am 14. wurde vor der Mitte der Parallele eine Contrebatterie für 19 Geschütze angelegt und am 15. die Verbindung der Spitzen beider Angriffe, welche sich dem Graben bis auf 100 Schritte genähert hatten, durch eine dritte Parallele in Angriff genommen. Um 10 Uhr Morgens des letzteren Tages eröffnete eine kaiserliche Batterie von 3 Geschützen das Feuer gegen die Bastion Forgach. Die Verluste beliefen sich am 14. auf 6, dagegen am 15. auf 30 Mann. Unter den Todten befanden sich der kaiserliche Stückhauptmann Weihrauch und 1 Lieutenant, unter den Verwundeten der Oberstlieutenant Graf d’Asti vom Regimente Grana und 1 Fähnrich. Während an dem Aushau der Contrebatterie emsig weiter gearbeitet wurde, begann (am 16.) die Redoute bei dem Eingänge in die Laufgräben ebenfalls das Feuer. — In den Nachmittagsstunden lief die Nachricht ein, dass 6000 Mann der Besatzung von Ofen sich der Unterstadt von Visegrád bemächtigt hätten und der Seraskier mit der Hauptarmee bei Mohács eingetroffen sei. An den beiden folgenden Tagen (17. und 18.) arbeiteten die kaiserlichen Geschütze der rechten Attaké mit gutem Erfolge an der Abkämmung des Walles und wurden (seit 18. Morgens) hierin von drei bayerischen Kanonen des linken Angriffes unterstützt. In der 15*

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