Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1885)

Hauptmann Duncker: Die Capitulation Breslau's am 3. Januar 1741

190 Zur Capitulation Breslau’s am 3. Januar 1741. nach ihrer Verrichtung in der Stadt wider hinaus führen solle. Das Ober Gewöhr aber seye nur etwan in 9 stückh bestanden, blos alleine zum reparieren hereingetragen und von ihme Ober Syndico unter dem Thor sclbsten mit visitieret worden: bey dieser occasion hatte der­selbe endlich auch den von denen beyden Königl. Preusischen Ab­geordneten Unterzeichneten Neuteralitäts-Tractat dem Königl. Ober- ambts-Directori nur vorgezeuget, die grosse Bemühung, So der Magistrat, disen zu erhalten gehabt, exageriret, davon aber Keine weithere Communication gethan, So dass man nicht weis, ob solcher dem ob- allegierten Aufsatz und dem monito wegen Einlassung der disseithigen Trouppen und der Commandierenden Generalität gäntzlich conform, oder denen Königl. Preusischen dissfahls ein mehrers, als ionén eingeraumbet worden seye: Und da derselbe hiernächst versicherte, Nachdeme nun- mehro der König in einer stund in die Stadt Kommen, und in dem Graf Schlegenberg. Haus sein Quartier nehmen würde, dass auch sogleich alle von Preusischer seithen angestelte Vorposten aufgehoben, und die Trouppen von hier hinwegg marchiren solten, So wurde demselben hierauf zu erkennen gegeben, dass man nicht zweiflete, Es würde ein gleiches mit der auf den Domb Einquartierten Miliz geschehen, indemo in dem Aufsatz des Neuteralitäts-Tractats generaliter enthalten wäre, dass solche nicht minder denen Clöstern, und Geistl. Stiftungen inne und vor der Stadt angedeyhen solle: worüber derselbe sich heraus­gelassen, dises stünde dahin, den der Domb gehörthe nicht zu denen Vorstädten, und wäre auch zu Schwedens Zeiten nicht mit eingeschlossen worden: nähme alsobald seinen abschied und gienge forth: Kaum ist solches geschehen, vernähme Mann, dass der König würckhlich in die Stadt eingezogen seye, und es verweillete sich Keine Stund, So lissen sich die offterwehnte zwey Königl. Preusische Obriste von Posadowsky und von Borck bei dem Oberambts-Directore melden, mit dem Zusatz, dass Sye von ihrem König in Befehl hätten, ihme Oberambts-Directori einen Vortrag zu thuen. Es möchte derselbe noch ein barr Oberambts- Rätlie dai’zue ziehen; als nun von demselben der Oberambts-Cantzler Freyherr von Schwannenberg, dan die Oberambts-Räthe Graf von Haugwitz, und von Dorsch hierzu benennet wurden, ist von ihnen abgeordneten der Vortrag in Substantialibus dahin geschehen : Ihro Mayj. der König in Preusen erkennete Kein Oberambt mehr, befehlete dahero, dass von nun an Keine Session, oder andere Zusammenkunft mehr gehalten werden solle, es würde wohl ge­schehen, dass sich ein ieder auf seine Güter retiriere, und sich alda ruhig halte, die renitenz würde der König an ihren Persohnen, Familie, Haab, und Güttern scharff zu anthen wissen. Nachdeme hingegen der Oberambts-Director hierauf Kurtz ge- antworthet, dises wäre eine Sache, welche dem Gesambten Ober- ambts-Collegio von ihme vorgetragen werden müsse, So haben die

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