Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1884)

Major Edlen von Angeli: 1812. Die Theilnahme des k. k. österreichischen Auxiliar-Corps unter Commando des G. d. C. (später Feldmarschalls) Fürsten Carl zu Schwareznberg im Feldzuge Napoleon I. gegen Russland

unter Commando d. Fürsten Schwarzenberg im Feldzuge Napoleon!, gegen Russland. 7l Differenz ziffermässig mit 3000 Mann ausdrücken (27.000 : 30.000), so kann es auch schon einer nur oberflächlichen Betrachtung nicht ent­gehen, dass diese Stärke angaben in dem einen oder dem anderen Falle nicht richtig sein können. Dies gibt indirect auch Bogdanowitsch zu, indem er sagt: „In den Memoiren Tschitschagofs („Mémoires inédits de l’amiral Tchitchagof“) wird die Stärke der Truppen Sacken’s mit 27.000 Mann angegeben, und die vom Bug nach der Beresina mar- schirende Armee Tschitschagofs auf 25.000 Mann, was aber, aller Wahrscheinlichkeit nach, zu gei’ing angegeben ist'). Dem gegenüber gewinnen die Berichte, welche dem Fürsten Schwarzenberg zukamen, wonach die Armee Tschitschagofs 40.000 bis 45.000 Mann stark ge­wesen sein soll, einen um so grösseren Grad von Wahrscheinlichkeit, als auch die zurückgelassenen Kräfte sich nicht blos auf die 27.000 Mann Sacken’s beschränkten. Nach einem, am 13. November aufgefangenen Berichte Sacken’s an den Admiral Tschitschagof, bestand das Corps des Ersteren aus 15.800 Mann Infanterie, 1673 Artilleristen und 7000 Reitern = 24.673 Mann, ungerechnet 6 Regimenter Kosaken und Irreguläre. Ausserdem aber stand General Ertel mit 15.000 Mann in Mozyr, General Lüders war mit 3500 Mann im Anmarsche von der Moldau in der Nähe von Pinsle, während General Repninskij mit 4 Bataillonen, 4 Escadronen und 1 Regimente Kosaken, als eventueller Ersatz für Sacken in Volhynien stand. Behält man die officiellen Ziffern bei, so waren, nach Abschlag Repninskij’s, die gegen Schwarzenberg verwendbaren mobilen Kräfte nicht geringer als 75.500 Mann, welchen gegenüber er mit 27.000 Mann in der Minderzahl blieb, selbst wenn er wirklich über jene 48.000 Mann verfügt hätte, die ihm zugeschrieben werden. Thatsächlich standen aber die Kräfteverhältnisse weit ungünstiger. Die kaiserlichen Truppen waren durch die Verstärkungen allerdings auf den vertragsmässigen Stand von 30.000 Mann gebracht worden, allein dieser Ersatz bezog sich nur auf den factischen Abgang an Todten und Verwundeten; er hinderte nicht, dass das durch Mangel und Strapazen aufs Äusserste erschöpfte Corps, zur Zeit des Vor­marsches nach Slonim, über 6000 Kranke und sonst Dienstunfähige zählte, die sich täglich in rasch steigender Progression mehrten. Die Cavallerie, inclusive jener des General - Majors Mohr, war Anfangs November nur mit 4802 Mann gefechtsfähig. Im besten Falle kann daher der Gefechtsstand des Auxiliar-Corps nicht viel über 20.000 bis 22.000 Mann betragen haben, wobei für den spéci eilen Fall einer Bewegung gegen Tschitschagof auf eine directe Betheiligung der Brigade des General-Majors Mohr erst im späteren Verlaufe zu rechnen war. Das VII. Corps (Sachsen) befand sich in ähnlicher Lage; es ') Anmerkung zu S. 207; III.

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