Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1884)

Major Edlen von Angeli: 1812. Die Theilnahme des k. k. österreichischen Auxiliar-Corps unter Commando des G. d. C. (später Feldmarschalls) Fürsten Carl zu Schwareznberg im Feldzuge Napoleon I. gegen Russland

unter Commando d. Fürsten Schwarzenberg im Feldzuge Napoleon I. gegen Russland. 33 der Division Durutte, am 15. um 2 Uhr Morgens von russischen leichten Truppen überfallen wurde und sich nur mit Mühe behauptete. Tags darauf hatte Sacken seine gesammten Kräfte vor Wolkowisk concentrirt und sich schon des Ortes bemächtigt, als Fürst Schwarzen­berg nach einem zehnstündigen Marsche, unbemerkt vom Gegner, bei Izabelin, dem russischen Hauptquartiere, eintraf und den Feind im Rücken nahm. Da nun auch General Reynier entschieden offensiv vorging, mussten die Russen mit einem Verluste von 4000 bis 5000 Mann den Rückzug nach Swislocz antreten. Es wäre nun leicht gewesen, durch einen raschen Vormarsch den Feind bei seinem Rückzuge in den Defiléen bei Rudna ganz aufzureiben, und Fürst Schwarzenberg hatte bereits die Dispositionen hiezu getroffen, als General Reynier, getäuscht durch die in Swislocz zurückgelassene feindliche Nachhut, meldete, dass der Gegner sich nicht übe! Rudna durch den Bjelowjeser Wald, sondern über Jalowka zurückziehe und möglicherweise die Richtung gegen Grodno nehmen werde. Diese, wenngleich irrige, aber mit grosser Bestimmtheit abgegebene Meldung war Ursache, dass sich Sacken der fast sicheren Vernichtung entziehen konnte. Beide Corps wandten sich gegen Swislocz- Griniky, nur General-Major Frehlich mit seiner Cavallerie-Brigade, unterstützt durch die Division Trautenberg unter Commando des General-Majors Pflacher, ging gegen Rudna vor, wo er allerdings den fliehenden Feind erreichte, aber dessen Rückzug nicht hindern konnte. In einem blutigen Gefechte erzwangen sich die Russen mit einem Verluste von 400 Todten, 200 Gefangenen, 2 Munitionskarren und vielem Train den Weg durch die Defiléen nach Szereszow. Die kaiser­lichen Truppen, gegen welche sich successive fast die ganze Macht Sacken’s wendete, hatten einen Verlust von 47 Todten (worunter 3 Offieiere) und 180 Verwundete. Nach dem Entkommen des Gegners war Fürst Schwarzenberg zunächst entschlossen, die weiteren Operationen gegen Sacken dem VII. Corps zu überlassen, mit dem Aiixiliar-Corps aber gegen Slonim und Minsk umzukehren und Tschitschagof zu folgen. Es liefen indes bestimmte Nachrichten ein, dass Sacken bedeutende Verstärkungen an sich ziehe und auch den General-Major Witt aus dem Gebiete von Warschau zurückberufen werde; überdies erklärte General Reynier auf das Entschiedenste, dass er mit seinen, zumeist jungen Truppen den Feind nicht bis in die podlesischen Sümpfe zurückdrängen könne, was unbedingt nothwendig sei, um in Rücken und Flanke gesichert zu sein. Unter solchen Verhältnissen erübrigte Fürst Schwarzenberg nichts Anderes, als mit beiden Corps die Verfolgung des Gegners fortzusetzen und ihn wo möglich noch vor seinem Übergänge über die Muchawec zu erreichen. Am 20. passirten die Corps den Bjelowjeser Mittheilungen des k. k. Kriegs-Archivs. 1884. 3

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