Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1884)

Hauptmann Jihn des Generalstabs-Corps: Der Feldzug 1761 in Schlesien und Sachsen

164 Der Feldzug 1761 in Schlesien und Sachsen. stärkt und bis Bärsdorf vorgeschoben worden. Obwohl nun die, wie es scheint, unerwartete Anwesenheit des so verstärkten Corps Kamin bei Bärsdorf, Brentano davon abhielt, über Heidelberg (*/2 Meile 13*8km] osö. Bärsdorf) vorzugehen, machte die Bewegung des letzteren den König doch so besorgt, dass er am 5. zunächst noch 1 Bataillon und 15 Escadronen von seinem rechten Flügel nach dem linken zog, auf einige, im Laufe des 6. eingelaufene Nachrichten aber, welche darauf hinzudeuten schienen, dass Laudon östlich der Weistritz vorzu­brechen beabsichtige, in der Nacht auf den 7. Juli seine ausgedehnte, in der That kaum haltbare Stellung am Gebirgsrande verhess und mit sämmtlichen, unter seinem unmittelbaren Befehle vereinigten Truppen eine solche hinter der Peile, zwischen Pilzen und Faulbrück bezog. Hiemit hatte er dem Gegner die Gebirgs-Debouchéen von Lands­hut bis Burkersdorf überlassen. Laudon beschränkte sich vorderhand darauf, Brentano, dem noch 3 Bataillone als Verstärkung zugesendet wurden, über Michelsdorf gegen Leutmansdorf und FML. Luszensky mit 18 Escadronen nach Reussendorf vorzuschieben, sowie alle für die beabsichtigte Vorrückung nothwendigen Vorkehrungen zu treffen. Nach dem Eintreffen des letzten Staffeis der Verstärkungen erhielt die Armee am 18. Juli eine neue Ordre de bataille, nach welcher 70 der Grenadier - Compagnien in 12 Grenadier-Bataillone zusammengezogen wurden; am 19. concentrirten sich die Truppen des Gros, 59 (darunter 11 Grenadier ) Bataillone, 94 Escadronen mit 220 Geschützen, bei Wartha und Silberberg und am 20. bezog der Feldzeugmeister eine Stellung auf den Höhen bei Grochau, südwestlich Frankenstein. Diese Bewegung wurde durch die unter Elrichshausen, Luszensky und Brentano stehenden Truppen (ersteres Corps, einschliesslich eines Grenadier-Bataillons, wahrschein­lich 7 Bataillone, 5 Escadronen mit 14 Geschützen, das zweite 34 Escadronen, das dritte 9 Bataillone, 4 Grenadier-Compagnien und 14 Escadronen mit 26 Geschützen), im Ganzen 15.000 bis 16.000 Mann, welche über Stein-Seiffersdorf auf die Anhöhen bei Habendorf rückten, gedeckt *). Zur Sicherung der in der linken Flanke gelegenen, nach Böhmen führenden Communicationen wurde Landshut mit 1 Bataillon und 1 Grenadier-Compagnie, Giersdorf mit 2 Bataillonen, 2 Grenadier- Compagnien und 2 Escadronen besetzt, während GFWM. Baron Jahnus mit 5 Bataillonen und etwa 3 Escadronen hei Heinrichau (3km nö. Wüste-Waltersdorf) Stellung nahm. Diese Truppen (8 Batail­lone, 3 Grenadier-Compagnien, 5 Escadronen) zählten zusammen bei­läufig 6300 Mann mit 24 Geschützen. Die Defilé-Ausgange bei Silber­berg und Wartha blieben durch je ein Bataillon der Glatzer Garnison besetzt. GFWM. Bethlen endlich rückte mit seinem auf 5 Bataillone, ') Bericht Laudon’s au den Kaiser vom 19. Juli. Kriegs-Archiv 1761 ; Fase. VII, 78, Acten des Laudon’sclien Corps.

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