Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1884)

Hauptmann Jihn des Generalstabs-Corps: Der Feldzug 1761 in Schlesien und Sachsen

144 Der Feldzug 17G1 iu Schlesien und Sachsen. Königs klar ausgesprochen hatte und man auch verlässlichere Nach­richten über die anfänglich unterschätzte Stärke seines Corps erhielt, 14 Bataillone, 14 Grenadier-Compagnien, 46 Escadronen mit 46 Ge­schützen unter G. d. C. Graf O’Donell, und am 12. Mai noch weitere 8 Bataillone, 10 Grenadier - Compagnien und 12 Escadronen mit 44 Geschützen, unter FML. Freiherr von Buttler, die von Dresden ihren Weg über Bautzen nach Zittau nahmen. Daselbst langte O’Donell am 13., Buttler am 15. Mai an. Mittlerweile hatte Laudon, welcher besorgte, einem eventuellen Angriffe des Königs in seiner ausgedehnten Stellung nicht widerstehen zu können, um thunlichst rasche Verstärkung gebeten, und es war hierauf von Seite der Kaiserin der Befehl ergangen, ungesäumt einen Theil des O’Donell’schen Corps zur Armee des Feld­zeugmeisters abzusenden. Sechs Bataillone, 6 Grenadier-Compagnien und 10 Escadronen mit 16 Geschützen, unter FML. Graf Argenteau, setzten daher am 14. Mai den Marsch von Zittau durch Böhmen fort. In Folge dieser Massregeln trafen am 12. Mai 6 Escadronen unter GFWM. Gourcy zu Trautenau, am 17. Mai die drei Infanterie-Regimenter Baumbach’s im Lager bei Dittersbach, am 18. endlich die Colonne unter Argenteau zu Trautenau ein. Von letzterer wurde am 19. die Infanterie gleichfalls nach Dittersbach gezogen. Damit war Laudon gegen die Gefahr eines übermächtigen Angriffes im Ganzen gesichert, nachdem sein Corps, einschliesslich von 2 Bataillonen und 2 Grenadier- Compagnien (Grenztruppen), die aus dem Inneren der Monarchie ein­getroffen waren, 54 Bataillone1), 55 Grenadier-Compagnien, 104 Esca­dronen mit 186 Geschützen1 2) und einem Stande von 58.200 Mann zählte, und es blieb nun die Gruppirung der kaiserlichen Streitkräfte in der Lausitz und in Schlesien, den ausgesprochenen Grundsätzen ihrer Verwendung gemäss, bis zum Herannahen der russischen Haupt- Armee, das ist bis Anfang Juli, ziemlich gleich. Mit 20. Mai waren diese Kräfte, wie folgt, vertheilt: Bei Zittau standen unter G. d. C. Graf O’Donell 16 Bataillone, 18 Grenadier-Compagnien, 48 Escadronen mit 74 Geschützen, und FML. Beck mit 2 Bataillonen, 3 Compagnien Jäger, 4 Escadronen und 800 commandirten Reitern, zusammen 18 Bataillone, 18 Grenadier- Compagnien, 3 Compagnien Jäger und 52 Escadronen, circa 20.000 Mann mit 74 Geschützen. Diese Truppen zählten noch zur Armee des Feld­marschalls Daun, doch waren jene des Corps O’Donell (etwa 17.500 Mann) für die Verwendung in Schlesien bestimmt und der genannte General der Cavallerie hatte die Weisung, selbe auf Laudon’s Anforderung unverzüglich zu demselben stossen zu lassen. 1) Ein Bataillon war nach Königgrätz zur Verstärkung der dortigen Garnison verlegt worden. 2) Nach dem Eintreffen von 23 Geschützen, welche am 26. Mai von der Armee Daun’s abgesendet wurden.

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