Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1884)

Hauptmann Jihn des Generalstabs-Corps: Der Feldzug 1761 in Schlesien und Sachsen

Der Feldzug 1761 in Schlesien und Sachsen. 135 und traf mit demselben, über Friedland und Gottesberg marschirend, Nachmittags bei Waldenburg ein. An den rechten Flügel des Gros schloss sich hier, auf der Höhe bei Wäldchen (P5km nö. Charlotten­brunn), das aus 10 Bataillonen, 8 Escadronen bestehende Corps des FML. Baron Elrichshausen, welches über Tannhausen marschirt war. FML. Freiherr von Wolferstorff rückte am 23. von Goldenöls nach Forst (5km ö. Landshut), FML. Graf Draskovich — nach Absendung von 6 Escadronen zum Corps Bethlen — von Banau (3’8km ö. Wartha) nach Silberberg. Frankenstein wurde durch Abtheilungen des Corps Draskovich, Wartha von 3 Bataillonen der Glatzer Garnison besetzt. GFWM. Graf Bethlen hatte schon am 22. eine Stellung bei Polnisch- Wette (8’6km n. Ziegenhals) bezogen. Auch General-Lieutenant Goltz hatte die Concentrirung seines Corps sofort nach Kündigung des Waffenstillstandes begonnen und dasselbe am 22. April in folgender Weise versammelt, und zwar: 3 Bataillone, 8 Escadronen unter General-Major v. Thadden bei Hohenfriedeberg; 10 Bataillone, 10 Escadronen unter dem Prinzen von Bernburg bei Zeisberg (w. Freiburg); 6 Bataillone, 8 Escadronen unter General-Major v. Thiele bei Kunzendorf (ö. Freiburg); das Gros, 15 Bataillone, 20 Escadronen, in der Gegend südlich von Schweidnitz. Bei Zeisberg waren sofort Verschanzungen in Angriff genommen worden. Über diese Massnahmen des Gegners war Laudon vollkommen orientirt, aber in der Folge ergab sich ein bedauerlicher Irrthum, indem man österreichischerseits wahrgenommen zu haben glaubte, dass Goltz sein ganzes Corps am 24. zwischen Quolsdorf (3-4km nw. Zeisberg), Fürsten­stein (2‘2km sw. Freiburg) und Kunzendorf zusammengezogen habe '). Laudon hielt es demnach für noth wendig, auch die eigenen Kräfte noch mehr zu concentriren, ehe er einen entscheidenden Schritt unter­nähme, und so verging die Zeit bis zum 27. April mit den hierauf abzielenden Massregeln. Das Corps des FML. Wolferstorff war bis zu dem letzteren Tage auf die Höhen zwischen Alt-Reichenau (3-4km w. Zeis­berg) und Baumgarten (5‘6km sw. Hohenfriedeberg), FML. Draskovich mit 1 Bataillon, 6 Grenadier-CompagnieD, 10 Escadronen zum Gros herangezogen worden, während die Sicherung der Defile - Ausgänge bei Wartha und Silberberg dem GFWM. Marquis Bottá mit 7 Bataillonen (worunter 3 Bataillone der Besatzung von Glatz) und 6 Escadronen übertragen wurde. Die Stellung von Laudon s Gros, das jetzt 29 Batail­lone, 29 Grenadier-Compagnien und 64 Escadronen zählte, erstreckte sich hienach an dem genannten Tage von Dittmannsdorf (4km ö. Walden­burg) im Bogen bis nach Baumgarten. Bolkenhayn und Hohenfriedeberg waren durch leichte Truppen besetzt worden — letzteres, nachdem es General Thadden am 26. geräumt hatte. ') Operations-Journal Laudon’s. Kriegs-Archiv 1760; Fase. XIII, 24-, Acten des Laudon’schen Corps.

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