Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1883)

Kaiser Josef II. als Staatsmann und Feldherr - J. Nosinich, Oberst im k. k. Kriegs-Archive: Österreichs Politik und Kriege in den Jahren 1763 bis 1790; zugleich Vorgeschichte zu den Kriegen Österreiches gegen die französische Revolution

78 Kaiser Josef II. als Staatsmann und Feldherr etc. Reichenbach und Friedland zusammengezogen. Letzteres in Stärke von 8 Bataillonen, 13 Escadronen marschirte am 17. Februar über Dittersbach gegen Braunau, wo es sich verschanzte. Der Heerestheil von Reichenbach, nach welcher Stadt der König behufs Leitung der Einbruchs-Operationen das grosse Hauptquartier von Breslau verlegt hatte, gelangte nach Silberberg, von wo aus 5 Bataillone und 2 Esca­dronen bis Steine vorgeschoben wurden, indess Generallieutenant v. Wunsch von Glatz gegen Rückerts wieder vorging. Der Einbruch der Preussen auf mehreren Punkten in Böhmen brachte bei der k. k. Armee eine grosse Bewegung hervor, Kaiser Josef hatte vor seiner Abreise aus dem Lande den Winter-Cordon in folgende 5 Sectionen eingetheilt: 1. Section Eger- Platten, Commandant: Generalmajor Schönovsky, Festungs-Comman- dant in Egei’, 5‘/a Bataillone, 8 Escadronen; 2. Section Platten-Tetschen, Commandant: FML. Graf Kinsky mit dem Stabe und Hauptposten in Brüx, 13V6 Bataillone, 31 Escadronen; 3. Section Herrenkretschen- Schluckenau-Rumburg-Krottau, Commandant: FML. v. Riese mit dem Stabe und Hauptposten in Gabel, 124/6 Bataillone, 20 Escadronen; 4. Section Krottau-Neustadt-Maffersdorf-Reichenberg, Commandant: FML. Graf d’Alton mit dem Hauptposten und Stabe in Reichenberg, 10'/2 Bataillone, 14 Escadronen; 5. Section Starkenbach-Hohenelbe- Trautenau - Starkstadt - Nachod - Grulich, Commandant: FML. Graf Wurmser mit dem Hauptposten und Stabe in Smifitz, 18'/e Bataillone, 30 Escadronen; Reserven: FZM. Graf Siskovics zu Prag, 46 Bataillone; G. d. C. Marquis Voghera zu Prag, 12 Escadronen; Reserve-Artillerie unter FML. Freiherr v. Rouvroy in Prag; G. d. C. Fürst Lichtenstein zu Wien, 24 Escadronen. Zusammen Cordonstruppen: 603/e Bataillone, 103 Escadronen; Reserven: 46 Bataillone, 36 Escadronen; Gesammtstärke der Armee in Böhmen mit Ende December 1778 unter Commando des Feld­marschalls Graf Hadik mit dem Hauptquartiere Prag: 1063/„ Bataillone, 139 Escadronen, mit einem Effectivstande von rund 162.000 Mann, 50.000 Pferden. Beim Erscheinen des Corps General-Lieutenant v. Möllendorf vor Brüx am 5. Februar hatte der in diesem Rayon befehligende FML. Graf Kinsky nur 2 Bataillone und 6 Escadronen bei der Hand, mit denen er Stellung am Schlossberge nahm und sodann nach einem hitzigen Gefechte über Wtelna und Hochpetsch nach Laun hinter die Eger abzog. In der Nacht zum 7. kehrte der Feind, so wie er mit seiner, von Johnsdorf einerseits über Eisenberg gegen Seestadtl, anderseits gegen Osseg n. w. Dux, detachirten Reiterei sich vereinigt hatte, über Einsiedl nach Sayda in Sachsen zurück, wo er wieder die Winterquartiere bezog. FML. Graf Kinsky besetzte nun sofort seine früheren Stellungen vorwärts Brüx, indess der Commandirende

Next

/
Oldalképek
Tartalom