Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1882)

Erinnerung aus der Zeit der heldenmüthigen Kämpfe der Tiroler im Jahre 1809. Josef Ignaz Straub, Winkelwirth zur Krone, k. k. Scharfschützen-Hauptmann und Landstrum-Commandant von Hall 1809

Kämpfe der Tiroler im Jahre 1809. 73 „An Seine Majestät dem Kaiser Franz II., und hüchstgeliebten Landesvater von Tirol! „Am 12. April haben die treuen Tiroler Bauern und Gemeinden Früh um 6 Uhr hier in Hall die königl. bayerischen Truppen ange­griffen, wovon circa 500 waren. Die Gemeinde Thauer hat durch den Anführer Romedi Hauswurz, der auch ein treuer Tiroler ist, den An­griff gemacht und mit Hilfe aller treuen Tiroler für Se. Majestät und für unser armes, ausgebeuteltes elendes Vaterland den glück­lichen Sieg errungen. „Am 13. April kamen nach Brixen abermals circa 3000, theils bayerische, theils französische Truppen in Wildau (Wilten) an, selbe wollten Gewalt brauchen, aber Gott der Allmächtige und die liebe Muttergottes, hat alle treuen Tiroler unterstützt und wir haben die Feinde entwaffnet, ordentlich mit Kriegsregulement an die k. k. öster­reichische Vorposten - Commandantschaft transportirt. Mit göttlichen Dank sind am 14. April um 1 Uhr Nachmittags der k. k. Obrist­lieutenant von Taxis mit 700 Mann in Innsbruck eingerückt und nun hoffen wir, dass wir arme ausgebeutelte Tiroler von den französischen und bayerischen feindlichen Einfällen befreit sein dürften. „Kleine versprengte Corps könnten wir schon noch zu sehen be­kommen, aber sie sollten nur kommen, die Gotteslästerer, Kaiser­schimpfer, Bauernschinder und Beutelschneider, Kirchenräuber, wir wollen sie begrüssen, fangen und an Se. Majestät Vorpostens-Connnan- dantschaft zu liefern. „Im Namen aller armen treuer Tiroler bitte ich Se. Majestät kniefälligst unterthänigst, unterstützen Se. Majestät uns arme Gebirgs­bewohner Tirols und wir opfern für Se. Majestät unsern lieben Kaiser Franz den rechtmässigen und Zweiten Leib und Leben. „Die Verth ei digungs-Anstalten in unsern Landl hat noch keiner erfunden, ich werde aber, wenn es Se. Majestät allergnädigst zu erlauben geruhen, höchst an dieselben fleissig und getreu sagen und bewirken, wenn Se. Majestät einen Tiroler Wirth und Bauern Glauben beizumessen zu geruhen, allergnädigst belieben. Wenn Tirol nach meinem Commando eingerichtet werden dürfte, so mag Bonaparte mit seiner Räuberbanda schon kommen, dort will ich ihm seine Siege auf seinen falschen Buckel klopfen lassen. „Ganz Tirol dankt nun Gott und der lieben Muttergottes und allen Waffenbrüdern, dass wir den glücklichen Sieg errungen und wieder, Gott sei tausendmal Dank gesagt, unter Sr. Majestät aller­gnädigste Regierung gekommen sind. „Lassen Se. Majestät uns arme Tiroler wieder leben und wir wollen die Franzosen schon bekommen, wenn einige so frech sein sollten, nochmals einzurücken.

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