Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1882)
Friedrich Jihn, Hauptmann im k. k. Generalstabs-Corps: Der Feldzug 1760 in Sachsen und Schlesien mit besonderer Berücksichtigung der Schlacht bei Torgau
mit besonderer Berücksichtigung der Schlacht bei Torgau. 39 Zuerst ging er zwischen dem 24. und 27. August auf dem rechten Elbe-Ufer bis Triestewitz vor, dann, als dies nichts fruchtete, wieder über Belgern zurück nach Doberschütz (1 Meile [7'5kmj nii. Eilenburg), wo er, am 2. September angelangt, das Eintreffen des Herzogs von Württemberg abwartete. Am 22. September kam dieser Letztere, welcheWsich bisher mit der Eintreibung von Contributionen beschäftigt hatte, endlich bei Bitterfeld an. Luszensky befand sich an diesem Tage nach einigen Kreuz- und Querzügen bei Düben. Nachdem die Reichsarmee mittlerweile noch 1 Bataillon und 1 Grenadier-Compagnie österreichischer Truppen aus dem Innern der Monarchie an sich gezogen hatte, zählte sie jetzt 63 */a Bataillone, 42 Grenadier-Compagnien und 83 Escadronen, mit einem Stande von circa 40.000 Mann, denen Hülsen im Felde kaum mehr als 12.000 Mann ’) entgegenzustellen hatte. Nachdem diese Armee 20 Tage unthätig gestanden hatte, setzte sie sich am 23. September wieder in Bewegung und es rückten: der Herzog von Württemberg nach Pretzsch, Luszensky nach Dommitzsch, GFW. Kleefeld mit den leichten Truppen nach Elsnig (1 Meile [ 7*5k"'] nw. Torgau) und das Grenadier-Corps unter FML. Graf Guasco nach Wildenhain (2 Meilen [15kra] w. Torgau); am 24. das Gros der Reichsarmee nach Grosswig (I Meile |7'5kmj w. Torgau) und Oberst Freiherr von Zedtwitz, mit einem grösstentheils aus Cavallerie bestehenden Detachement, von Belgern bis an die Torgauer Teiche. Damit war Hülsen auf die Communication am rechten Elbe-Ufer beschränkt. Am 26. wurden bei Pretzsch und Dommitzsch Brücken über die Elbe geschlagen und einige Abtheilungen der Corps Württemberg und Luszensky gingen auf’s rechte Ufer über. Dies erweckte bei Hülsen die Besorgniss einer vollständigen Einschliessung und, um diese Gefahr abzuwehren, beschloss er einen Schlag gegen die genannten Corps zu führen, welche er bereits am rechten Elbe-Ufer im Anmarsche gegen Torgau glaubte. Nach Abweisung derselben hoffte er seine bisherige Stellung wieder erreichen zu können. Diese Operation wurde am Nachmittage des 26. September in etwas übereilter Weise eingeleitet, wodurch es geschah, dass die den Preussen auf dem Fusse folgenden Truppen unter Kleefeld und Zedtwitz die Höhen unmittelbar westlich Torgau noch während des Elbe- Überganges der Preussen erreichten, und denselben in empfindlicher Weise zu stören vermochten. Die permanente Brücke gerieth hiebei in Brand, und die unterhalb Torgau geschlagene Ponton-Brücke fiel den verfolgenden Grenzern Kleefeld’s in die Hände. 1 1) Nach Angabe des preussischeii Generalstabs-Werkes nur bei 10.000 Mann.