Mittheilungen des k.k. Kriegs-Archivs (1882)

Kaiser Josef II. als Staatsmann und Feldherr - J. Nosinich, Oberst im k. k. Kriegs-Archive: Österreich Politik und Kriege in den Jahren 1763 bis 1790; zugleich Vorgeschichte zu den Kriegen Österreichs gegen die französische Revolution

386 Kaiser Josef II. als Staatsmann und Feldherr etc. 3. Das churfürstlich-sächsische Heer. Das churfürstlich - sächsische Heer hatte folgende Zusammen­setzung und Stärke: Infanterie: I Regiment Leibgrenadier-Garde ä 2 Bataillone, 12 Regimenter Linie ä 2 Bataillone zu 4 Füsilier- und 2 Grenadier- Compagnien, aus welch’ letzteren im Kriegsfälle 6 Grenadier-Bataillone gebildet wurden; 1 Bataillon Jäger. Zusammen 31 Bataillone. Cavalierie: 1 Regiment Garde du Corps (Cürassiere), 1 Regi­ment Carabiniers, 2 Regimenter Cürassiere, 4 Regimenter Chevaux- legers zu je 4 Escadronen. Zusammen 8 Regimenter mit 32 Esca- dronen. Artillerie: 4 Bataillone mit 120 Geschützen (2000 Mann). Im Kriege wurden freiwillige Bataillone formirt. Zusammen die Stärke der Armee in 35 Bataillonen, 32 Es­cadronen, 120 Geschützen ungefähr 25.000 Mann im Frieden und 35.000 Mann im Kriege. Mobilmachung und Ausmarsch des verbündeten preussisch- sächsischen Heeres. Die Kriegsrüstungen in Preussen nahmen schon Mitte Fe­bruar 1778 den Anfang und wurden in den nächsten Monaten fort­gesetzt. Am 16. Februar nämlich erhielt der geheime Finanzrath Roden den Befehl, ein Kriegsbudget für 75 Generale, 14 Stabsoffieiere de Artillerie und zwei Armeen, von denen die erste aus 83 Bataillonen, 118 Escadronen, 433 Geschützen (darunter 67 für reitende Artillerie), 60 Pontons und 16 Wagen, die zweite aus 81 Bataillonen, 11 öEscadronen, 433 Geschützen (darunter 71 für reitende Artillerie) zu bestehen hatte, zu entwerfen. Oberst Zegelin reiste nach Dresden ab, um im Geheimen mit dem vom Kurfürsten von Sachsen bevollmächtigten General v. Bennigsen über den Anschluss der sächsichen Armee an die preussische zu unterhandeln. Kraft der diesbezüglichen Convention sollte die damals lö.OOOMannInfanterie,4200 Mann Cavallerie, 1200Mann Artillerie, zusammen 21.400 Mann, 122 Geschütze zählende sächsische Feldarmee, hei [ihrer Vereinigung mit dem preussischen Heere unter dem Ober-Commando des Prinzen Heinrich, nach ihrem Stärkeverhält­nisse den Dienst leisten, der commandirende sächsische General aber die Jurisdiction über seine Truppen ausüben. Im Falle der Über­raschung durch die Österreicher sollten 8000 Mann zur Vertheidigung Dresdens zurückgelassen, der Rest nach Torgau in Marsch gesetzt werden. Während der Kriegsdauer sollte keinem preussischen Officier gestattet sein, in sächsische Dienste zu treten und in gleicher Weise umgekehrt; auch waren die gegenseitigen Deserteure auszuliefern. Am 7. März wurden im Königreich Preussen die Beurlaubten zu den Fahnen berufen, den 21. die Einstellung der Knechte und Pferde

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